
Kurz mal was Anderes machen
Aleksandra Vujadinović
Beschreibung
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Inspiriert und unterstützt vom Rhine Ruhr Center for Science Communication Research (RRC). Intromusik: Tobias Kreutzer. Kontakt: kmwam.podcast@gmail.com
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#9 Arbeiten, promovieren und Mutter werden – mit Liliann Fischer
Vereinbarkeit von Promotion und Vollzeitstelle
Lilian beschreibt ein 80-20-Modell: Vier Tage Vollzeit arbeiten, einen Tag für die Promotion. Die Trennung von Forschungsarbeit und Beruf schafft Freiräume, reduziert Leistungsdruck und erleichtert Durchhaltevermögen. Die kumulative Dissertation passt besser zur Arbeitslogik, da Arbeitspakete abgegrenzt sind und Fortschritte sichtbar bleiben. Die Themen der Promotion liegen nah an der eigenen Berufserfahrung in der Wissenschaftskommunikation, was die Kohärenz zwischen Beruf und Forschung stärkt.
Unterstützung, Rahmenbedingungen und Privilegien
Es gibt familiäres Umfeld, das echte Hilfe leistet, sowie eine offene Unternehmenskultur, die flexible Arbeitsformen ermöglicht. Der Arbeitgeber unterstützt berufsbegleitende Promotionen und respektiert Arbeitszeiten. Gleichwohl bleibt Privileg sichtbar: die finanzielle Stabilität und das Netz aus Eltern, das logistische Hürden erleichtert. Solche Rahmenbedingungen beeinflussen maßgeblich, ob Vereinbarkeit gelingt oder nicht.
Alltag mit Kind: Logistik, Stillen und Balance
Der Alltag war stark von Logistik geprägt: Stillen, Abpumpen, feste Carve-outs für Fokuszeit und transparente Kommunikation. Kooperationen mit Partner, Familie und Kolleginnen waren entscheidend, um Termine zu koordinieren und Absprachen durchzusetzen. Konflikte gab es, besonders bei langen Veranstaltungen oder Hitze; dennoch überwiegt das Gefühl, durch klare Strukturen und Absprache den Arbeitsrhythmus aufrechtzuerhalten.
Lehren, Perspektiven und Blick nach vorn
Verschiedene Modelle funktionieren individuell; Subjektivität spielt eine zentrale Rolle. Wichtige Erkenntnisse: Offenheit, realistische Deadlines und ein starkes Unterstützungsnetzwerk erleichtern die Balance. Beim zweiten Kind wird bewusst eine flexiblere, partnerschaftliche Planung angestrebt, um Stillzeiten und Betreuungsaufgaben zu teilen. Letztlich zählt, was Familie und Arbeit gestattet, ohne sich gegenseitig unnötig zu behindern.

#8 Auf dem wissenschaftlichen Arbeitsmarkt bestehen – mit Claudius Clüver
Karriereweg, Rollen und Forschungsfokus
Der Gast beschreibt eine Entwicklung durch mehrere Stationen: Medienstudium, Einstieg in die Wissenschaft über Kontakte, Tätigkeit in der Medienästhetik, Gründung einer Journal-Community rund um Spiele und eine Brücke zwischen medienwissenschaftlicher Perspektive und sozioinformatik. Dabei wird deutlich, wie Projekte, Lehrtätigkeiten und interdisziplinäre Arbeiten zusammenkommen, um eine nachhaltige wissenschaftliche Laufbahn zu formen.
Arbeitsmarkt, Befristung und Strukturprobleme
Zentrales Thema ist die Befristung von Stellen, wechselnde Positionen und der damit verbundene Druck. Der Blick reicht von Dreijahres- bis Vierjahresverträgen, über Elternzeitvertretungen bis zu abgeschlossenen oder weiterführenden Projekten. Es wird deutlich, wie Unsicherheit, Gratifikationen durch nicht festgeschriebene Arbeit (Reviews, Journal-Beiträge) und die Notwendigkeit, ständig neue Kontakte zu pflegen, den Alltag prägen.
Balance, Grenzen und Strategien
Es wird offen über Grenzen, Arbeitszeiten und persönliche Energie gesprochen. Strategien wie Wochenend- und Abendkommunikation, Lauf- oder Ausgleichsrituale, sowie das bewusste Setzen von Grenzen werden genannt. Die Notwendigkeit, sinnvoll zu priorisieren, Konflikte zu moderieren und sich gegen übermäßige Anforderungen zu wappnen, wird als wichtiger Teil des beruflichen Lebens beschrieben.
Ziele, Alternativen und Zukunftsperspektiven
Die Vision bleibt eine Professur, doch die Realitäten des Arbeitsmarkts führen zu Überlegungen zu Alternativen wie Wissenschaftskommunikation oder public-sector-Optionen. Der Erfahrungsbericht betont, dass Nahezu alle Wege individuell sind: Breite Kompetenzen, interdisziplinäre Erfahrungen und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln, prägen die Zukunft. Es wird reflektiert, wie Nähe zur Lehre, Forschung und Praxis ineinandergreifen kann.

#7 Eine Konferenz besuchen – mit Anna-Lena Oltersdorf
Konferenz-Erlebnis und Nutzen
Die Konferenz wird als umfassende Begegnungsstätte beschrieben, in der sich unterschiedliche Fachkulturen begegnen. Wesentliche Funktionen sind der Austausch über Expertise, das Verstehen von Öffentlichkeit und Wissenschaft sowie medienbezogene Diskurse. Netzwerken, der Austausch mit der Community und das Eindringen in neue Themenfelder ermöglichen eine bessere Selbstausrichtung und Positionierung der eigenen Forschung.
Prägnante Vorbereitung und Auswahl
Der Bewerbungsprozess erfolgt typischerweise über Call for Abstracts. Peer-Review sorgt für Qualität und Passung, oft mit der Möglichkeit, Formulierungen anzupassen. Zur Vorbereitung gehört das Erstellen von Notizen, das Erarbeiten einer kurzen Präsentation und das Üben im Team, um Begriffe zu verdeutlichen und Timing einzuhalten.
Netzwerken, Formate und Erfahrungen
Netzwerken erfolgt aktiv vor Ort und durch informelle Settings wie Empfänge, Workshops und Poster-Sessions. Workshop-Formate werden geschätzt, weil sie unfertige Ideen diskutierbar machen. Abwechslung durch künstlerische Installationen, Forest Festivals oder Bingo schafft Ergänzungen zum Fachprogramm und fördert den Kontakt zu Kolleginnen in frühen Phasen der Karriere.
Abschlussgedanken und Hinweise
Erfahrungen zeigen, dass der Nutzen oft erst Monate später sichtbar wird, wenn Kontakte oder Impulse relevant werden. Vorbereitung und spontane Anpassung gehören zusammen, ebenso wie die Balance aus Fachgesprächen und Pausen. Austausch mit Gleichgesinnten wirkt entlastend und motivierend, während etablierte Sprecherinnen Orientierung geben kann, ohne alleinige Orientierung zu sein.