
DIS und Das im Gespräch
Nika Vida - Die Nikas
Beschreibung
Ein DIS-System spricht offen: Über Dissoziative Identitätsstruktur,
Trauma-Recovery, Alltagsintegration und was es wirklich bedeutet,
mit mehreren Persönlichkeiten zu leben.
Humorvoll. Authentisch. Direkt. Keine Klischees, keine Dramatisierung – nur echte Perspektiven.
Für DIS-Menschen, das soziale Umfeld, Fachkräfte und alle Interessierten.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Schmerzen, Bewegung, Ernährung - Gesundheit und DIS
Einführung in das Thema Gesundheit und DIS
Der Podcast behandelt das oft übersehene Thema des Körpers im Zusammenhang mit Dissoziativer Identitätsstörung (DIS). Es wird betont, dass der Körper nicht nur Schmerz erlebt, sondern auch ein wichtiger Teil der DIS ist, der oft ignoriert wird.
Schmerz und dessen Wahrnehmung
Schmerz kann innerhalb eines DIS-Systems unterschiedlich wahrgenommen werden. Einige Persönlichkeiten spüren Schmerzen intensiver als andere, was zu Herausforderungen bei der Einschätzung von Verletzungen führt. Klare Absprachen innerhalb des Systems sind wichtig, um die Schmerzwahrnehmung zu kommunizieren.
Bewegung und Körperbewusstsein
Bewegung wird als therapeutisches Werkzeug beschrieben, um im Hier und Jetzt anzukommen. Verschiedene Persönlichkeiten innerhalb des Systems haben unterschiedliche Vorlieben bezüglich Bewegung, was zu Kompromissen führt. Kommunikation über Bewegungsaktivitäten ist entscheidend für die Integration aller Bedürfnisse.
Ernährung und Essverhalten
Das Essverhalten kann stark variieren, da unterschiedliche Persönlichkeiten verschiedene Vorlieben und Bedürfnisse haben. Der Podcast ermutigt, flexible Ansätze in der Ernährung zu wählen und das gemeinsame Essverhalten als Verhandlungsthema zu betrachten.
Praktische Tipps für DIS-Systeme
Drei praktische Tipps werden gegeben: Ein einfaches Ampelsystem für Schmerz und Energie einführen, eine flexible Bewegungsform finden, die viele Persönlichkeiten einbezieht, und feste Ankerpunkte für die Ernährung schaffen, um Struktur zu bieten.

Welche Therapieform passt zu uns?
Einführung in die Therapie für Dissociative Identitätsstruktur
Nika und Nika diskutieren offen über das Leben mit dissoziativer Identitätsstruktur. Die Episode beleuchtet die Frage, welche Therapieform für Disssysteme geeignet ist. Anstatt eine Liste spezifischer Methoden anzubieten, betonen sie die Einzigartigkeit jedes Systems und die Notwendigkeit, individuelle Ansätze zu finden.
Der Rahmen der Therapie
Es wird erklärt, dass es keine universelle evidenzbasierte Leitlinie für DISS gibt, sondern Behandlungsempfehlungen der International Society for the Study of Trauma and Dissociation (ISSTD). Die passende Therapie hängt von der Struktur des Systems, dem Grad des Co-Bewusstseins und den vorhandenen Ressourcen ab.
Das Phasenmodell der Traumatherapie
Das Phasenmodell umfasst drei Phasen: Stabilisierung, Bearbeitung der traumatischen Erinnerungen und Integration. Stabilisierung ist entscheidend, um Sicherheit zu schaffen, bevor traumatische Erinnerungen bearbeitet werden. Integration bedeutet nicht zwingend Fusion aller Persönlichkeiten, sondern kann auch eine bessere Zusammenarbeit innerhalb des Systems bedeuten.
Therapieansätze im Überblick
Verschiedene Therapieansätze werden vorgestellt, darunter traumafokussierte Verfahren, EMDR, Ego-State-Therapie, Somatic Experiencing, DBT-Skills, hypnotherapeutische Techniken und Schematherapie. Wichtig ist, dass diese Ansätze oft kombiniert werden und individuell angepasst sind.
Auswahl der passenden Therapieform
Die Auswahl der richtigen Therapie hängt von der aktuellen Stabilität des Systems, der inneren Struktur, körperlichen Reaktionen und der therapeutischen Beziehung ab. Angehörige haben nicht die Verantwortung, die Therapieform auszuwählen, können aber unterstützen und zuhören.
Fazit
Es gibt nicht die eine Therapie für DISS, sondern einen Rahmen, innerhalb dessen verschiedene Methoden kombiniert werden können. Heilung ist möglich, erfordert jedoch Zeit und Verständnis, dass das Ziel nicht die Reparatur, sondern die Anerkennung der individuellen Überlebensstrategien ist.

Falsch gestempelt - Fehldiagnosen vor der DIS-Diagnose
Fehldiagnosen und Verzögerungen
Im Behandlungsalltag zeigen sich Fehldiagnosen oft als wiederkehrende Zuschreibungen wie Borderline, Schizophrenie oder Depression. Die eigentliche Diss-Erfahrung wird selten sofort erkannt, wodurch Betroffene lange medizinisch falsch begleitet werden. Die Folge ist eine Ansammlung behandelbarer Diagnosen, statt einer zielgerichteten Klärung der konkreten Diss-Struktur und ihrer Ursachen.
Was DISS ist und wie sie sich zeigt
Die Diss wird als Chamäleon wahrgenommen: Sie zeigt sich meist still, eher als innere Stimmen, Gedächtnislücken oder verändertes Erleben, das sich nicht wie äußere Psychose anfühlt. Oft steht Trauma im Hintergrund, doch dieses Verbindungsmuster wird in der Praxis oft übersehen oder falsch interpretiert. Die Unterscheidung zu Schizophrenie liegt im Innen-Erleben der Stimmen.
Auswirkungen falscher Behandlungen und notwendige Perspektiven
Falsche Behandlungen, oft mit Antipsychotika, belasten Betroffene emotional und physisch. Die Vielfalt der Fehldiagnosen kann zu einem Gefühl der Selbstentfremdung führen. Eine trauma- und dissociationsorientierte Perspektive ermöglicht oft eine bessere Passung von Therapieformen und eine Abkehr von unpassenden Ansätzen.
Umgang, Selbstbestimmung und Hinweise für Unterstützung
Zunächst gilt: Vertraue der eigenen Wahrnehmung und stelle gezielte Fragen zu dissoziativen Erfahrungen. Fachpersonen finden, die Trauma-Folgestörungen kennen, ist hilfreich, doch auch informierte Eigenverantwortung stärkt den Weg. Wissen steigern, Hintergrund-Tools nutzen und eigene Erfahrungen respektieren, helfen, eine unterstützende Begleitung zu gestalten.