
TierCrime mit VanDam
Vani & Dami
Beschreibung
Die beiden Juristinnen Vani und Dami nehmen euch mit in die verborgensten Winkel des Schweizer Tierschutzvollzugs. Sie erzählen wahre, dokumentierte Fälle – vom kleinen Schicksal eines ausgesetzten Haustieres bis zu schweizweiten Skandalen, die Hunderten von Tieren das Leben kosteten.
Mit juristischer Präzision und tiefem Mitgefühl zeigen sie auf:
🐾 wie Tierquälerei in der Schweiz passiert
🐾 warum sie oft unentdeckt bleibt
🐾 und wo das System Tiere schützt – oder im Stich lässt
Dr. iur. Vanessa Gerritsen ist rechtswissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Stiftung für das Tier im Recht (TIR).
MLaw Damaris Kiefer ist Fachspezialistin Recht beim Generalsekretariat der Gerichte Kanton Aargau.
Unterstützt werden sie vom eingespielten Dreamteam Chregu, Gabriela und Christoph, das Produktion, Recherche und Dramaturgie möglich macht.
🎧 TierCrime mit VanDam – für alle, die hinschauen, verstehen und verändern wollen.
Für die Tiere, die selbst keine Stimme haben.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#11 Blutige Mahd
Fallbeschreibung und Kontext
Auf einer feuchten Wiese liegen zwei Rehkitze im Gras. Ein Wildhüter erkennt sie aus der Luft per Drohne und informiert den Landwirt. Die Abmachung war, vor dem Mähen zu warnen oder Tiere zu vergrämen. Der Landwirt mäht dennoch ohne Rücksprache oder konkrete Sicherungsmaßnahmen, wodurch eines der Kitze schwer verletzt wird. Die Szene führt zu einer Debatte über Verantwortung und Schutz von Wildtieren.
Juristische Einordnung und Kernfragen
Es geht um Pflichten, Garantenstellung und den Unterschied zwischen Eventualvorsatz und Fahrlässigkeit. Der Landwirt wusste von der Gefahr und handelte bewusst weiter, wodurch eine schwere Misshandlung oder qualvolle Tötung eines Tieres droht. Diskussionen drehen sich um Zumutbarkeitsmassnahmen, Informieren von Helfern und den rechtlichen Rahmen für Wildtiere ohne Eigentümer.
Präventionsmaßnahmen und praktische Ansätze
Viele Optionen werden beschrieben: Vergrämen, Beobachtung des Feldes, von innen nach aussen Mähen, Einsatz von Duftstoffen, Hunden oder menschlicher Suche, sowie technische Hilfsmittel wie Infrarot-Sensoren. Drohnen werden als effektiver Schutz angesehen, sind aber organisatorisch und finanziell anspruchsvoll. Zusammenarbeit zwischen Bauern, Jagdgesellschaften und Rettungsorganisationen ist zentral, um Zeitfenster zu nutzen.
Folgen, Reflexionen und Auswirkungen
Das Strafmaß wird als zu gering kritisiert, obwohl klare Warnsignale bestanden. Zivil- und Affektionswerte spielen eine Rolle, ebenso Gesundheitsrisiken für Herde. Der Fall wird als Beispiel für Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit gesehen, die Tierleid verursachen. Die Erzählung betont eine Verantwortungsgerechte Haltung und das Bedürfnis, Missstände sichtbar zu machen, ohne zu belehren.

#10 Hinter verschlossenen Türen
Fallbeschreibung und Kontext
In einem Labor in Basel wurden Versuchsprotokolle und Auflagen systematisch missachtet. Mäuse wurden deutlich länger als genehmigt gefastet und mehrfach wieder in Versuche einbezogen. Statt acht Tage Fasten erlebten die Tiere extreme Belastungen, teils über Wochen. Die Situation wirft die Frage auf, wann Forschung zu Tierquälerei wird, und zeigt, wie schwerwiegendes Leid hinter regulierten Prozessen verborgen bleiben kann.
Rechtliche Einordnung und Verlauf
Im Tierschutzrecht existieren zwei Straftatbestände: eine vorschriftswidrige Durchführung und die qualifizierte Tierquälerei. Im vorliegenden Fall wurden Tierversuche vorschriftswidrig durchgeführt, doch Urkundenfälschung und der Manipulationskontext erhöhten die Straflast. Die Strafmaße erscheinen trotz schwerem Leid verhältnismäßig niedrig, was Zweifel an der Angemessenheit der Rechtsfolgen aufkommen lässt.
Systemische Schwächen und Kontrollen
Das System von Bewilligungen, Kontrollen und Ethikkommissionen erweist sich als lückenhaft. Befunde zeigen Nähe zwischen Forschenden und Kontrollgremien, mangelnde Unabhängigkeit und Risiko von Selbstdeklaration. Transparenz fehlt, Inspektionen sind oft zeitlich begrenzt, und Mehrfachbegehungen sowie Manipulationen bleiben schwer zu erkennen, weil Informationen hinter Protokollen verborgen bleiben.
Ausblick und Perspektiven
Eine Verbesserung erfordert mehr Transparenz, unabhängige Kontrollen und klare Güterabwägungen, bei denen der Tierschutz stärker gewichtet wird als Forschungsfreiheit. Bürgerinnen sollten Zugang zu Versuchsdossiers erhalten können. Gleichzeitig werden Alternativen zu Tierversuchen stärker gefördert, um Leid zu reduzieren, während notwendige Auflagen und Ressourcen für eine wirksame Aufsicht bereitgestellt werden.

#9 Jugendlicher Wahnsinn
Fallbeschreibung
An einem Igel werden Gewaltakte deutlich: Zuerst wird er im Spiel mit jugendlichen Tätern misshandelt, danach mit Benzin übergossen, angezündet und schließlich in den Bach gestoßen. Mehrere Jungen wirken beteiligt, die Tat ist brutal, geplant und zieht sich über mehrere Schritte hin. Das Opfer bleibt wehrlos und hilflos, während der Umgang der Täter mit dem Tier als Zeichen von Gleichgültigkeit gegenüber Lebewesen sichtbar wird.
Rechtliche Einordnung
Juristisch wird der Fall als qualifizierte Tierquälerei mit Todesfolge bewertet. Die Täter handeln vorsätzlich und zielen darauf ab, Leid zuzufügen. Das Jugendstrafrecht setzt aggressive Strukturen milder um, betont erzieherische Ziele und längere Begleitung statt reine Repression. Die Einordnung wirft Fragen zur Angemessenheit der Sanktionen und zur Rolle von Forensik und Abklärung ernstzunehmender Gewaltbereitschaften auf.
Prävention und System Antworten
Die Praxis zeigt Differenzen: Manche Behörden nehmen Tierquälerei ernst, andere bagatellisieren sie. Es wird diskutiert, ob Massnahmen ausreichen, um Nachahmung zu verhindern, insbesondere bei Gruppenverhalten. Experten betonen die Bedeutung einer Kombination aus pädagogischen Maßnahmen, psychologischer Abklärung und kontinuierlicher Begleitung, um Grenzüberschreitungen langfristig zu verhindern und Empathie zu fördern.
Ausblick auf Empathie und Schutz
Der Fall illustriert, wie wichtig konsequente Beurteilung von Täterpersönlichkeiten ist, auch wenn das Opfer kein Mensch ist. Es wird betont, dass Tierleid als Signal für tieferliegende Gewaltbereitschaften gelten muss. Eine nachhaltige Lösung erfordert systematische Prävention, frühzeitige Interventionen und klare Grenzen, damit zukünftige Übergriffe auf Lebewesen verhindert werden können.