
Altvater Johannes: Predigten von Buchhagen
Orthodox Christian Teaching
Beschreibung
Altvater Johannes hatte in Berlin Kirchenmusik und Religionswissenschaften studiert. In den 1970er Jahren lernte er die Orthodoxie kennen und konvertierte zum wahren Glauben. 1981 wurde er Mönch auf dem Heiligen Berg Athos und empfing 1984 die Weihe des Großen Heiligen Engelgleichen Schima.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

42. Orthodoxe Predigt zur Himmelfahrt Christi
Transzendente Himmelfahrt und Menschsein
Die Himmelfahrt wird als Übergang in eine andere Seinsweise der Ewigkeit beschrieben, nicht als geographische Verschiebung. Christus tritt als ganz Mensch und ganz Gott in eine jenseitige Wirklichkeit ein, wodurch Zeit und Ewigkeit miteinander in Beziehung treten. Engel staunen über die Erhöhung der Menschheit, und die Mensch-Natur wird in die göttliche Gegenwart aufgenommen.
Einheit von Individuum und Ganzer Menschheit
Der Text relativiert die absolute Individualität: Jeder Mensch gehört zu einer größeren Gemeinschaft und trägt eine geistige Genealogie in sich. Es gibt eine innere, tiefe Einheit, in der viele Gestalten eine einzige menschliche Gemeinschaft bilden. Der Mensch ist Bild Gottes und Teil einer gemeinsamen, göttlichen Berufung in Christus.
Theosis, Gefahr und Offenbarung
In der Himmelfahrt zeigt sich die Theosis: durch Gnade wird der Mensch Gott ähnlich, weil Christus die menschliche Natur mit sich nimmt und auf den Thron des Vaters hebt. Gleichzeitig wird die Frage aufgeworfen, was mit jenen geschieht, die diese Einheit nicht erkennen oder verlieren, und wie das Sein jenseits Gottes Gegenwart gestaltet ist.

41. Orthodoxe Predigt zum Sonntag des Blindgeborenen
Der Kern des Evangeliums und die Erkenntnis des lebendigen Gottes
Im Evangelium wird deutlich, dass Christus den blinden Mann sieht, mit ihm spricht und ihn heilt, um eine klare Erkenntnis zu ermöglichen: Vorstellungen von Gott verstellen die Wirklichkeit. Geistige Einsicht entsteht, wenn menschliche Konzepte zurücktreten und der lebendige Gott wahrgenommen wird. Der Prozess führt zu einer Neuorientierung, die jegliche gedankliche Bedingtheit hinter sich lässt und die wahre Gegenwart Gottes erfasst.
Konflikt, Beurteilung und Standfestigkeit des Geheilten
Nach der Heilung kommt es zu Spannungen: Religiöse Autoritäten hinterfragen und deuten Jesus ab, während der Geheilte freimütig aussagt, dass ihn Jesus sehend gemacht hat. Er zeigt Rückgrat gegenüber Druck und Ausgrenzung, bleibt bei der Wahrheit seiner Erfahrung und widersetzt sich der politischen und religiösen Manipulation, die wahre Erkenntnis verschleiern will.
Das Theosis-Mysterium: Gottwesen und Herzenssichtung
Die Predigt erklärt das Ziel der Orthodoxie als Theosis – die Vergottung des Menschen durch Gottes Gnade. Dabei wird betont, dass Erkenntnis im Herzen geschieht, nicht im reinen Denken. Das geistige Auge öffnet sich durch Askese, Reinigung und Kräftigung der Willensbildung, sodass das Wahre von illusionärer Erscheinung unterschieden wird und der Mensch in Gott verankert wird.
Geistige Wahrnehmung, Freiheit und Treue zu Gott
Der Text verknüpft die Allegorese biblischer Geschichten mit der Praxis der geistigen Schau: Das innere Augenlicht wird durch innere Kämpfe, Erleiden und Ringen gestärkt. Fremdbestimmte Beeinflussung soll verhindert werden; stattdessen tritt die Freiheit der Erkenntnis ins Herz. Schließlich bleibt der Mensch treu zu Gott und erkennt ihn als Quelle des Lichts und der Wahrheit.

40. Orthodoxe Predigt zum Sonntag der Samariterin.
Begegnen am Brunnen: Bruch von Tabus und lebendiges Wasser
In der Erzählung wird sichtbar, wie Jesus das Gespräch mit einer fremden Samariterin beginnt, Tabus bricht und das Motiv des lebendigen Wassers vorstellt. Das Thema der Erneuerung geht über herkömmliche Rituale hinaus: Es geht um eine innere Begegnung mit Gott und eine Anrede, die die Oberflächlichkeit religiöser Haltungen hinter sich lässt.
Wahrheit der Anbetung: Geist und Wahrheit statt Äußerlichkeiten
Es wird betont, dass wahre Anbetung nicht an Ort oder Abstammung gebunden ist, sondern im Geist und in der Wahrheit geschieht. Die Gegensatzfigur zwischen Berg Gerizim und Jerusalem verliert an Bedeutung, während eine innerliche Ausrichtung auf Gott und eine authentische Beziehung in den Vordergrund rückt.
Universale Berufung der Gemeinschaft: Von Juden zu allen Völkern
Der Text beschreibt die Ausbreitung des Glaubens über die Grenzen jüdischer Identität hinaus. Griechen und andere Nationen treten in die Gemeinschaft ein, was als Erfüllung prophetischer Verheißungen gelesen wird. Die Kirche wird als Ort einer neuen, inklusiven Zugehörigkeit verstanden, in der sich viele Völker zu einer gemeinsamen Gotteserfahrung hingezogen fühlen.
Wahre Religion: Transformation und Gottesnähe ohne Ausgrenzung
Die Darstellung fordert eine innere Wandlung statt äußerer Zuschreibungen. Es geht um ein gottmenschliches Mysterium, das Herz und Wille vereint. Echte Frömmigkeit verlangt, sich von Eitelkeiten zu lösen, die Beziehung zu Gott zu vertiefen und Uneinigkeit innerhalb der Gemeinde zu überwinden, damit das Wesen des Glaubens sichtbar wird.