
Was klingt im Koran?
Alhambra Gesellschaft und Katholische Akademie in Berlin
Beschreibung
Eine Kooperation der Alhambra Gesellschaft e.V. und der Katholischen Akademie in Berlin e.V.
Gefördert die Berliner SenKultGZ im Jahr 2025
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Der Koran als Objekt - im Alltag und in der Kunst
Historischer Kontext und zentrale Idee
Der Vortrag untersucht den Koran als verbindendes Element von Text, Klang, Bild und Alltag. Anhand von Objekten aus islamischer Kunst wird gezeigt, wie Verse in Rituale, Architektur, Gegenstände und Ausstellungen eingearbeitet werden. Die Kalligrafie bildet das sichtbare Zentrum, während ornamentale Dekorationen und religiöse Kontexte – profan und sakral – die Bandbreite islamischer Kunst verdeutlichen.
Wichtige Motive und Beispiele im Museumsbestand
Zu den Kernbeispielen gehören Koranabschriften in Kufiduktus, prächtig gestaltete Koranständer, Moscheeampeln aus Mamluk-Zeiten, Fliesen mit Thronvers und Lichtvers sowie Mus'haf-Exponate aus verschiedenen Epochen. Faszinierende Techniken wie Lüster- und Tarkugrafik verdeutlichen, wie Schriftbild und Ornament zu einer 'Welt der Worte' verschmelzen.
Alltagskultur, Schutz und Rituale
Der Thronvers, der Lichtvers und Schutzzusuren tauchen an Türen, Fenstern, Armen und Möbeln auf und fungieren als Schutz, Segen oder meditativer Anker. Amulette, Münzen, Schmuckstücke und Alltagsgegenstände zeigen, wie Koranversen im privaten Raum Träger von Identität, Schutz und religiöser Erinnerung werden – teils in heutiger, teils historischer Form.
Gegenwartsbezug und Ausblick
Moderne Installationen und reproduzierbare Objekte zeigen die Fortführung alter Formen: kalligrafische Arbeiten, Glas- oder Metallinstallationen, sowie household-Dekor mit koranischen Versen. Die Diskussion betont, dass religiöse Kunst nicht monolithisch ist, sondern sich in Materialität, Kontext und individuellen Perspektiven weiterentwickelt und sichtbar macht.

Leben mit dem Text
Thema und Zugänge zum Koran
Die Gesprächsrunde erkundet, wie Klang, Melodie und persönliches Erinnern mit dem Koran verbunden sind. Es geht darum, wie Texte beim Auswendiglernen in den Körper gelangen, welche Rolle Stimme und Vortrag dabei spielen und wie diese Erfahrungen wirkt, wenn der Text wieder in den Menschen hineinkommt.
Techniken des Auswendiglernens
Es werden verschiedene Lerntechniken beschrieben: mechanisches Wiederholen, Monotonie, summendes oder gehendes Training, und die Bedeutung der korrekten Aussprache (Tejvid). Die Teilnehmenden berichten, wie sich Rhythmus, Reihenfolge der Suren und Portionierung beim Üben strukturieren und wie man eine Prüfung besteht.
Inhalt trifft Form – Wirkung auf Proben
Der Inhalt tritt nicht isoliert auf; erst bei Proben entwickeln Textverständnis und Interpretation eine Rolle. Das Zusammenspiel von Kolleginnen, Mentalität der Szene und Bühnenrealität beeinflusst, wie Texte lebendig werden. Die Künstler beschreiben, wie Text und Handlung miteinander verschmelzen und sich der Sinn im Verlauf der Vorstellung wandelt.
Beispielvers und persönliche Reflexion
Ausgewählte Verse aus Surah 3 zeigen die Verbindung von Gotteswort, Bitte und Vertrauen. Die Sprecher schildern eigene Gefühle, den Respekt vor dem Text und die Verantwortung, ihn korrekt zu rezitieren. Die Passage verdeutlicht, wie Klang, Sinn und Spiritualität zusammenwirken, wenn Rezitation auf der Bühne zu einer gemeinsamen Erfahrung wird.

Gewaltig und sanft zugleich
Zugang zum Koran und persönliche Beziehung
Die Zuhörerin betont, wie Weisheiten und klare Hinweise im Koran sie im Alltag erreichen. Der Klang des Arabischen schafft eine innere Nähe, die das Verständnis vertieft. Der Koran wird nicht nur rezitiert, sondern als direkte Ansprache Gottes erlebt, was Zuversicht und Ruhe vermittelt.
Lebensweg, Begegnungen und Einfluss des Korans
Aufgewachsen mit Dari, erlernte sie Arabisch in Saudi-Arabien. Ihre Lebenswege durchs Afghanistan, Flucht und Ankunft in Berlin prägen ihren Blick: Der Koran begleitet als universelle Botschaft Menschenwürde, Frauenrechte und Widerstände gegen Ungerechtigkeit.
Rolle des Korans im Unterricht und als Lehrende
In der Schule dient der Koran als Orientierung, doch die Vielfalt der Hermeneutiken bleibt zentral. Sie betont, dass Lehren aus dem Text bedachter, differenzierter erfolgen müssen als einfache Wortlautdeutung. Dabei unterstützt ihr Wissen über Übersetzungen und Kontext die Schüler in ihrer Einordnung.
Kernbotschaften und praktische Lebensführung
Die zentralen Visionen lauten Frieden leben, Gutes tun und Gottes Nähe suchen. Der Glaube soll nicht nur innerlich bleiben, sondern zu Taten führen. Versen wie Nähe Gottes, Frieden und das Asr-Gebot verdeutlichen eine lebensnahe Ethik, die sich in Beruf, Familie und Nachbarschaft widerspiegelt.