WORLD.OS_Neue Partnerschaften für Europa
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WORLD.OS_Neue Partnerschaften für Europa

Julius Murke

Beschreibung

Wie kann Europa in einer sich neu ordnenden Welt handlungsfähig bleiben? Wie können Europa und der globale Süden echte Partner werden – nicht durch Entwicklungshilfe, sondern durch gemeinsame Industrie- und Technologiepolitik? Ich bin Politikberater, Arzt und Software-Projektmanager und arbeite für die GIZ in Kamerun. Gemeinsam mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und internationaler Zusammenarbeit teste ich, wie diese neue Partnerschaft konkret aussehen kann.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Wirtschaftliche Sicherheit verstehen: Warum wirtschaftliche Engpässe die neue Währung der Macht sind

04.06.2026

Wirtschaftliche Sicherheit als Analyseobjekt

Wirtschaftliche Sicherheit wird als Struktur verstanden, die Abhängigkeiten in globale Netzwerke zu Machtquellen macht. Zentral ist das Verständnis, dass eng vernetzte Systeme Verwundbarkeiten schaffen, nicht nur Chancen. Zwei Mechanismen beschreiben Machtwirkungen: Sichtbarkeit von Informationen (Panopticon-Effekt) und Unterbrechung von Zugang (Chokepoint-Effekt). Netzwerke kippen in Instrumente politischen Einflusses, wenn zentrale Knotenpunkte kontrolliert werden und so Wettbewerbsbedingungen verschoben erscheinen.

Konkrete Engpässe in der Praxis

Physische Routen, maritimer Verkehr und Umweltfaktoren legen Engpässe offen: enge Korridore wie Meerengen beeinflussen Öl, Handel und Preise; klimatische Dürre kann Kanalzugänge reduzieren; Unterseekabeln dominieren den globalen Internetverkehr. Halbleitertechnik zeigt, wie monopolartige Schlüsseltechnologien Macht schaffen. Ebenso zeigen Finanzinfrastruktur wie SWIFT und aufkommende Alternativen, wie Verknüpfungen globaler Abhängigkeiten politische Hebel bilden können.

Nationale Strategien und der Blick über Grenzen hinaus

Unsere Verwundbarkeiten bleiben international verankert: Rohstoffe, Technologien, Währung und Zugang zu Märkten. Viele Staaten priorisieren Schutzstrategien, doch wachsende Einsicht erkennt, dass Lösungen auch international wirken müssen. Strategien zur wirtschaftlichen Sicherheit umfassen Lieferkettenresilienz, Schutz kritischer Infrastrukturen und Kooperation mit verlässlichen Partnern. Gleichzeitig wird deutlich, dass isolationistische Ansätze allein nicht ausreichen, um globale Abhängigkeiten zu entschärfen.

Partnerschaftliche Perspektiven statt rein nationaler Sicherheit

Eine breitere Sicht ermöglicht Kooperation über politische Systeme hinweg. Wirtschaftliche Sicherheitsallianzen könnten gemeinsame Investitionen, Technologiepartnerschaften und Lieferkettenabkommen umfassen, ohne vollständige Übereinstimmung in Politik oder Doktrin zu verlangen. Fokus liegt auf gemeinsamen Interessen, Schutz vor Zwang und Förderung von Wachstum. So entsteht eine Form der Zusammenarbeit, die Resilienz stärkt, ohne allein auf militärische Bündnisse zu setzen.

Wirtschaftliche Sicherheit als Analyseobjekt

Wirtschaftliche Sicherheit wird als Struktur verstanden, die Abhängigkeiten in globale Netzwerke zu Machtquellen macht. Zentral ist das Verständnis, dass eng vernetzte Systeme Verwundbarkeiten schaffen, nicht nur Chancen. Zwei Mechanismen beschreiben Machtwirkungen: Sichtbarkeit von Informationen (Panopticon-Effekt) und Unterbrechung von Zugang (Chokepoint-Effekt). Netzwerke kippen in Instrumente politischen Einflusses, wenn zentrale Knotenpunkte kontrolliert werden und so Wettbewerbsbedingungen verschoben erscheinen.

Konkrete Engpässe in der Praxis

Physische Routen, maritimer Verkehr und Umweltfaktoren legen Engpässe offen: enge Korridore wie Meerengen beeinflussen Öl, Handel und Preise; klimatische Dürre kann Kanalzugänge reduzieren; Unterseekabeln dominieren den globalen Internetverkehr. Halbleitertechnik zeigt, wie monopolartige Schlüsseltechnologien Macht schaffen. Ebenso zeigen Finanzinfrastruktur wie SWIFT und aufkommende Alternativen, wie Verknüpfungen globaler Abhängigkeiten politische Hebel bilden können.

Nationale Strategien und der Blick über Grenzen hinaus

Unsere Verwundbarkeiten bleiben international verankert: Rohstoffe, Technologien, Währung und Zugang zu Märkten. Viele Staaten priorisieren Schutzstrategien, doch wachsende Einsicht erkennt, dass Lösungen auch international wirken müssen. Strategien zur wirtschaftlichen Sicherheit umfassen Lieferkettenresilienz, Schutz kritischer Infrastrukturen und Kooperation mit verlässlichen Partnern. Gleichzeitig wird deutlich, dass isolationistische Ansätze allein nicht ausreichen, um globale Abhängigkeiten zu entschärfen.

Partnerschaftliche Perspektiven statt rein nationaler Sicherheit

Eine breitere Sicht ermöglicht Kooperation über politische Systeme hinweg. Wirtschaftliche Sicherheitsallianzen könnten gemeinsame Investitionen, Technologiepartnerschaften und Lieferkettenabkommen umfassen, ohne vollständige Übereinstimmung in Politik oder Doktrin zu verlangen. Fokus liegt auf gemeinsamen Interessen, Schutz vor Zwang und Förderung von Wachstum. So entsteht eine Form der Zusammenarbeit, die Resilienz stärkt, ohne allein auf militärische Bündnisse zu setzen.

Das Konzept einer partnerschaftsbasierten Industriepolitik – Teil 2: Geoökonomische Allianzen

04.06.2026

Hintergrund und zentrale Frage

In einer global vernetzten Wirtschaft muss Europa seine internationale Zusammenarbeit neu justieren. Nationale Industriepolitik entfaltet oft internationale Nebeneffekte, wodurch Subventionswettläufe, Handelshemmnisse und Fragmentierung entstehen. Eine partnerschaftsbasierte Perspektive wird als notwendige Weiterentwicklung präsentiert, um wirtschaftliche Sicherheit, technologische Fähigkeiten und Wettbewerbsfähigkeit grenzüberschreit zu sichern und Abhängigkeiten konstruktiv zu managen.

Von nationaler Politik zu koordinierten Partnerschaften

Die These lautet, dass Industriepolitik nicht mehr allein national gedacht werden kann. Modelle wie das Airbus-Beispiel zeigen, dass gemeinsame industrielle Ökosysteme Erfolgsfaktoren liefern können. Eine Dreiteilung aus Schutz, Förderung und Partnerschaften bildet die Grundlage, wobei Letztere bislang unterentwickelt bleibt. Partnerschaften ermöglichen stärkere Verhandlungsmacht, geteilte Investitionen und abgestimmte Standards jenseits nationaler Grenzen.

Konzepte und konkrete Umsetzungsformen

Vorgeschlagene Modelle umfassen Kettenpartnerschaften zur kartierten Resilienz kritischer Wertschöpfung, Produktions- und Forschungsallianzen statt nationaler Champions, sowie Nachfrage- und Datenpartnerschaften, die Märkte bündeln und Datennutzung über Grenzen hinweg ermöglichen. Diese Ansätze zielen darauf ab, Infrastruktur, Technologie und Ressourcen gemeinsam zu entwickeln und globale Lieferketten robuster zu machen.

Ausblick und Implikationen

Die Zukunft der Industriepolitik könnte in Geoökonomie als zentrale Ordnungslogik verankert werden: Schutz, Förderung und Partnerschaften als drei Säulen, wobei Letztere das Potenzial haben, allen Beteiligten Zugang zu Technologie, Märkten und Investitionen zu ermöglichen. Europäische Akteure sollten Partnerschaften als Kerninstrument ernst nehmen und globale Zusammenarbeit mit Ländern der globalen Mehrheit stärker integrieren.

Hintergrund und zentrale Frage

In einer global vernetzten Wirtschaft muss Europa seine internationale Zusammenarbeit neu justieren. Nationale Industriepolitik entfaltet oft internationale Nebeneffekte, wodurch Subventionswettläufe, Handelshemmnisse und Fragmentierung entstehen. Eine partnerschaftsbasierte Perspektive wird als notwendige Weiterentwicklung präsentiert, um wirtschaftliche Sicherheit, technologische Fähigkeiten und Wettbewerbsfähigkeit grenzüberschreit zu sichern und Abhängigkeiten konstruktiv zu managen.

Von nationaler Politik zu koordinierten Partnerschaften

Die These lautet, dass Industriepolitik nicht mehr allein national gedacht werden kann. Modelle wie das Airbus-Beispiel zeigen, dass gemeinsame industrielle Ökosysteme Erfolgsfaktoren liefern können. Eine Dreiteilung aus Schutz, Förderung und Partnerschaften bildet die Grundlage, wobei Letztere bislang unterentwickelt bleibt. Partnerschaften ermöglichen stärkere Verhandlungsmacht, geteilte Investitionen und abgestimmte Standards jenseits nationaler Grenzen.

Konzepte und konkrete Umsetzungsformen

Vorgeschlagene Modelle umfassen Kettenpartnerschaften zur kartierten Resilienz kritischer Wertschöpfung, Produktions- und Forschungsallianzen statt nationaler Champions, sowie Nachfrage- und Datenpartnerschaften, die Märkte bündeln und Datennutzung über Grenzen hinweg ermöglichen. Diese Ansätze zielen darauf ab, Infrastruktur, Technologie und Ressourcen gemeinsam zu entwickeln und globale Lieferketten robuster zu machen.

Ausblick und Implikationen

Die Zukunft der Industriepolitik könnte in Geoökonomie als zentrale Ordnungslogik verankert werden: Schutz, Förderung und Partnerschaften als drei Säulen, wobei Letztere das Potenzial haben, allen Beteiligten Zugang zu Technologie, Märkten und Investitionen zu ermöglichen. Europäische Akteure sollten Partnerschaften als Kerninstrument ernst nehmen und globale Zusammenarbeit mit Ländern der globalen Mehrheit stärker integrieren.

Deep Dive in das Konzept einer partnerschaftsbasierten Industriepolitik – Teil 1: Die Rückkehr der Industriepolitik

01.06.2026

Rückkehr der Industriepolitik und Kernidee

Der Podcast thematisiert eine grundlegende Frage: Wie organisiert man internationale Kooperation in einer Zeit wachsender Macht-, Technologie- und Abhängigkeitsverflechtungen? Industriepolitik kehrt als Instrument zurück, um Wirtschaftsstrukturen zu gestalten, statt Märkte nur zu regulieren. Ziel ist, Technologien, Industrien und Abhängigkeiten strategisch zu prägen, um wirtschaftliche Handlungsfähigkeit und technologische Führungspositionen zu sichern.

Was Industriepolitik ausmacht und warum sie wichtig ist

Industriepolitik wird als gezielte staatliche Gestaltung der Wirtschaftsstruktur definiert: Sie beeinflusst, welche Industrien wettbewerbsfähig werden, welche Technologien entstehen und welche Abhängigkeiten reduziert werden. Im Kern geht es um Transformation statt bloßer Wachstumsmuster und um die Einbettung staatlicher Maßnahmen in breitere gesellschaftliche Ziele, nicht um einfache Subventionen.

Instrumente der Industriepolitik

Vier Kategorien bündeln die Instrumente: fiskalische Ausgaben, preis- und handelsbeeinflussende Maßnahmen, regulatorische und strategische Instrumente sowie kollaborative Governance. Von Subventionen über Steuern, Zölle bis hin zu Public-Private-Plattformen und Standards geht es um zielgerichtete Eingriffe, um Marktversagen zu korrigieren und technologische Führerschaft zu fördern.

Globale Perspektiven und zukünftige Partnerschaften

Moderne Ansätze setzen auf globale Wertschöpfungsketten, internationale Kooperationen und Embedded Autonomy: Der Staat arbeitet eng mit Unternehmen zusammen, bleibt aber autonom. Globale Beispiele zeigen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in USA, EU, China, Indien und Brasilien, während der Fokus auf grenzüberschreitende Kooperationen und strategische Lieferketten gelegt wird.

Rückkehr der Industriepolitik und Kernidee

Der Podcast thematisiert eine grundlegende Frage: Wie organisiert man internationale Kooperation in einer Zeit wachsender Macht-, Technologie- und Abhängigkeitsverflechtungen? Industriepolitik kehrt als Instrument zurück, um Wirtschaftsstrukturen zu gestalten, statt Märkte nur zu regulieren. Ziel ist, Technologien, Industrien und Abhängigkeiten strategisch zu prägen, um wirtschaftliche Handlungsfähigkeit und technologische Führungspositionen zu sichern.

Was Industriepolitik ausmacht und warum sie wichtig ist

Industriepolitik wird als gezielte staatliche Gestaltung der Wirtschaftsstruktur definiert: Sie beeinflusst, welche Industrien wettbewerbsfähig werden, welche Technologien entstehen und welche Abhängigkeiten reduziert werden. Im Kern geht es um Transformation statt bloßer Wachstumsmuster und um die Einbettung staatlicher Maßnahmen in breitere gesellschaftliche Ziele, nicht um einfache Subventionen.

Instrumente der Industriepolitik

Vier Kategorien bündeln die Instrumente: fiskalische Ausgaben, preis- und handelsbeeinflussende Maßnahmen, regulatorische und strategische Instrumente sowie kollaborative Governance. Von Subventionen über Steuern, Zölle bis hin zu Public-Private-Plattformen und Standards geht es um zielgerichtete Eingriffe, um Marktversagen zu korrigieren und technologische Führerschaft zu fördern.

Globale Perspektiven und zukünftige Partnerschaften

Moderne Ansätze setzen auf globale Wertschöpfungsketten, internationale Kooperationen und Embedded Autonomy: Der Staat arbeitet eng mit Unternehmen zusammen, bleibt aber autonom. Globale Beispiele zeigen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in USA, EU, China, Indien und Brasilien, während der Fokus auf grenzüberschreitende Kooperationen und strategische Lieferketten gelegt wird.