Vorgelesen und genehmigt – Notarpraxis im Dialog
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Vorgelesen und genehmigt – Notarpraxis im Dialog

Deutscher Notarverlag GmbH & Co.KG

Beschreibung

Ein Format des Deutschen Notarverlags mit Unterstützung des Deutschen Notarvereins.

Mit Matthias Sören Holland, Notar in Oranienburg, und Julia Schmidt, Leiterin Content-Marketing und Kooperation beim Deutschen Notarverlag.

Die Folgen thematisieren spannende Urteile und aktuelle Entwicklungen – immer mit dem Blick darauf, was diese für Ihre notarielle Praxis bedeuten.

Freuen Sie sich auf fundierte Einordnungen und fachlich ausgewiesene Gäste, die ihre Perspektiven und Erfahrungen mit Ihnen teilen.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

#3 Was passiert, wenn ein Berliner Testament im Wege steht? - mit Dr. Martin Konstantin Thelen

26.03.2026

Berliner Testament: Rechtslage und steuerliche Auswirkungen

Ein gemeinschaftliches Testament setzt Ehegatten gegenseitig als Erben und bestimmt Schlusserbeneinteilungen. Unklarheiten über Bindungswirkungen können entstehen, wenn kein konkreter Willenswert festgelegt ist. Die Erbschaftssteuer entfaltet sich beim Tod des Erstversterbenden, und die Freibeträge der Kinder können zu Problemen führen, insbesondere wenn später der Überlebende erneut vererbt. Die Rechtslage verlangt Prüfung von Bindung, Gestaltungsmöglichkeiten und steuerlichen Folgen.

Gestaltungsoptionen bei Verdacht auf steuerliche Belastung

Wichtige Optionen sind: Ausschlagung des Erbes gegen Abfindung, Abfindungspflichten der Kinder gegenüber der Mutter oder ein Zuwendungsverzicht. Die Ausschlagung kann die Bindungswirkung aufheben, wodurch der Überlebende neu testieren könnte. Die Abfindung wird steuerlich oft als Surrogat der Erbschaft behandelt und beeinflusst Freibeträge, Pflichtteil und Nachlassverbindlichkeiten.

Praktische Gestaltung und Formalseiten

Formell gilt: Ausschlagung gegen Abfindung ist größtenteils beglaubigungsbedürftig, nicht zwingend beurkundungspflichtig. Wichtige Stolpersteine betreffen Ersatzerben, Motivirrtum, ungesicherte Vorleistungen und den richtigen Zeitpunkt der Abfindung. Minderjährige Kinder benötigen ggf. Ergänzungspfleger und Genehmigungen. Die konkrete Ausgestaltung (Geld, Nießbrauch, Eigentumsübertragung) bestimmt steuerliche Folgen und Genehmigungsbedarfe.

Schlussbetrachtung: Zielorientierte, rechtskonforme Lösung

Die beste Lösung hängt von den Interessen der Parteien ab. Häufig sinnvoll ist, ungesicherte Vorleistungen zu vermeiden und klare, rechtskonforme Abwicklungen zu wählen, etwa Ausschlagung gegen Abfindung mit gezielter Gestaltung der Gegenleistung. Steuerliche Klärungen erfolgen idealerweise mit einem Experten, um Freibeträge, Pflichtteile und Nachlassverbindlichkeiten optimal zu berücksichtigen und rechtssicher umzusetzen.

Berliner Testament: Rechtslage und steuerliche Auswirkungen

Ein gemeinschaftliches Testament setzt Ehegatten gegenseitig als Erben und bestimmt Schlusserbeneinteilungen. Unklarheiten über Bindungswirkungen können entstehen, wenn kein konkreter Willenswert festgelegt ist. Die Erbschaftssteuer entfaltet sich beim Tod des Erstversterbenden, und die Freibeträge der Kinder können zu Problemen führen, insbesondere wenn später der Überlebende erneut vererbt. Die Rechtslage verlangt Prüfung von Bindung, Gestaltungsmöglichkeiten und steuerlichen Folgen.

Gestaltungsoptionen bei Verdacht auf steuerliche Belastung

Wichtige Optionen sind: Ausschlagung des Erbes gegen Abfindung, Abfindungspflichten der Kinder gegenüber der Mutter oder ein Zuwendungsverzicht. Die Ausschlagung kann die Bindungswirkung aufheben, wodurch der Überlebende neu testieren könnte. Die Abfindung wird steuerlich oft als Surrogat der Erbschaft behandelt und beeinflusst Freibeträge, Pflichtteil und Nachlassverbindlichkeiten.

Praktische Gestaltung und Formalseiten

Formell gilt: Ausschlagung gegen Abfindung ist größtenteils beglaubigungsbedürftig, nicht zwingend beurkundungspflichtig. Wichtige Stolpersteine betreffen Ersatzerben, Motivirrtum, ungesicherte Vorleistungen und den richtigen Zeitpunkt der Abfindung. Minderjährige Kinder benötigen ggf. Ergänzungspfleger und Genehmigungen. Die konkrete Ausgestaltung (Geld, Nießbrauch, Eigentumsübertragung) bestimmt steuerliche Folgen und Genehmigungsbedarfe.

Schlussbetrachtung: Zielorientierte, rechtskonforme Lösung

Die beste Lösung hängt von den Interessen der Parteien ab. Häufig sinnvoll ist, ungesicherte Vorleistungen zu vermeiden und klare, rechtskonforme Abwicklungen zu wählen, etwa Ausschlagung gegen Abfindung mit gezielter Gestaltung der Gegenleistung. Steuerliche Klärungen erfolgen idealerweise mit einem Experten, um Freibeträge, Pflichtteile und Nachlassverbindlichkeiten optimal zu berücksichtigen und rechtssicher umzusetzen.

#2 BVerfG: Altersgrenze für Anwaltsnotare ist verfassungswidrig - mit Prof. Dr. Christian Waldhoff

24.10.2025

Verfassungswidrigkeit der Altersgrenze für Anwaltsnotare

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die gesetzliche Altersgrenze von 70 Jahren für Anwaltsnotare mit dem Grundgesetz unvereinbar ist. Diese Entscheidung, die durch eine Urteilsverfassungsbeschwerde angestoßen wurde, erkennt die Altersgrenze als verfassungswidrig an, jedoch bleibt sie für eine Übergangszeit von etwa einem Jahr in Kraft, um eine Reform zu ermöglichen.

Hintergründe und rechtliche Rahmenbedingungen

Der Podcast beleuchtet die rechtlichen Hintergründe der Entscheidung, insbesondere die Vorschriften der Bundesnotarordnung (§ 47 und § 48a), die zur Altersgrenze führen. Es wird diskutiert, wie die Altersgrenze als objektive Berufswahlbeschränkung gilt und somit höheren rechtlichen Prüfungsanforderungen unterliegt.

Berufsfreiheit und Verhältnismäßigkeit

Ein zentrales Thema ist die Berufsfreiheit gemäß Artikel 12 des Grundgesetzes. Das Gericht hat festgestellt, dass die Altersgrenze eine schwerwiegende Einschränkung dieser Freiheit darstellt und daher hohe Anforderungen an die Rechtfertigung des Eingriffs bestehen. Die Entscheidung diskutiert die Verhältnismäßigkeitsprüfung und die Legitimität der gesetzgeberischen Ziele, wie die Generationengerechtigkeit und die Funktionsfähigkeit des Notariats.

Gesellschaftliche und berufliche Aspekte

Die Entscheidung reflektiert auch gesellschaftliche Veränderungen in der Wahrnehmung älterer Menschen und deren berufliche Leistungsfähigkeit. Das Gericht hebt hervor, dass Erfahrung und Wissen mit dem Alter zunehmen können, was für die Notartätigkeit von Vorteil ist.

Fazit und Ausblick

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts hat weitreichende Implikationen für die Regelung der Altersgrenzen in verschiedenen Berufen und könnte als Präzedenzfall für zukünftige rechtliche Auseinandersetzungen in diesem Bereich dienen. Die Diskussion um die Altersgrenze für Anwaltsnotare bleibt relevant und wird in der Öffentlichkeit weiter verfolgt.

Verfassungswidrigkeit der Altersgrenze für Anwaltsnotare

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die gesetzliche Altersgrenze von 70 Jahren für Anwaltsnotare mit dem Grundgesetz unvereinbar ist. Diese Entscheidung, die durch eine Urteilsverfassungsbeschwerde angestoßen wurde, erkennt die Altersgrenze als verfassungswidrig an, jedoch bleibt sie für eine Übergangszeit von etwa einem Jahr in Kraft, um eine Reform zu ermöglichen.

Hintergründe und rechtliche Rahmenbedingungen

Der Podcast beleuchtet die rechtlichen Hintergründe der Entscheidung, insbesondere die Vorschriften der Bundesnotarordnung (§ 47 und § 48a), die zur Altersgrenze führen. Es wird diskutiert, wie die Altersgrenze als objektive Berufswahlbeschränkung gilt und somit höheren rechtlichen Prüfungsanforderungen unterliegt.

Berufsfreiheit und Verhältnismäßigkeit

Ein zentrales Thema ist die Berufsfreiheit gemäß Artikel 12 des Grundgesetzes. Das Gericht hat festgestellt, dass die Altersgrenze eine schwerwiegende Einschränkung dieser Freiheit darstellt und daher hohe Anforderungen an die Rechtfertigung des Eingriffs bestehen. Die Entscheidung diskutiert die Verhältnismäßigkeitsprüfung und die Legitimität der gesetzgeberischen Ziele, wie die Generationengerechtigkeit und die Funktionsfähigkeit des Notariats.

Gesellschaftliche und berufliche Aspekte

Die Entscheidung reflektiert auch gesellschaftliche Veränderungen in der Wahrnehmung älterer Menschen und deren berufliche Leistungsfähigkeit. Das Gericht hebt hervor, dass Erfahrung und Wissen mit dem Alter zunehmen können, was für die Notartätigkeit von Vorteil ist.

Fazit und Ausblick

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts hat weitreichende Implikationen für die Regelung der Altersgrenzen in verschiedenen Berufen und könnte als Präzedenzfall für zukünftige rechtliche Auseinandersetzungen in diesem Bereich dienen. Die Diskussion um die Altersgrenze für Anwaltsnotare bleibt relevant und wird in der Öffentlichkeit weiter verfolgt.

#1 Nachweis der Erbfolge bei notariellem gemeinschaftlichem Testament mit Pflichtteilsstrafklausel - mit Prof. Dr. Christopher Keim

12.06.2025

Einführung und Ziele des Podcasts

Im Podcast des Deutschen Notarvereins und des Deutschen Notarverlags, moderiert von Dr. Joel Reis und Frau Schmidt, werden spannende Urteile und aktuelle Entwicklungen im Notarwesen besprochen. In der ersten Folge ist Justizrat Professor Dr. Christopher Keim zu Gast.

Nachweis der Erbfolge und Pflichtteilsstrafklauseln

Das zentrale Thema der Episode ist der Nachweis der Erbfolge beim Grundbuchamt, insbesondere im Kontext von Pflichtteilsstrafklauseln in notariellen Testamenten. Der Leitsatz des OLG Frankfurt betont die Notwendigkeit eines Erbscheins oder einer notarielle eidesstattlichen Versicherung zur Nachweisführung.

Wirkung der Pflichtteilsstrafklauseln

Diese Klauseln sollen verhindern, dass Erben nach dem Tod des ersten Elternteils ihren Pflichtteil geltend machen. Professor Keim erklärt, dass solche Klauseln oft in Ehegattentestamenten verwendet werden, um den Pflichtteil unattraktiv zu machen und das Verhalten der Erben zu beeinflussen.

Rechtliche Herausforderungen bei der Formulierung

Die Diskussion beleuchtet die unterschiedlichen Formulierungen und deren rechtliche Auswirkungen. Es wird betont, dass unklare Formulierungen zu rechtlichen Streitigkeiten führen können und eine sorgfältige Auswahl notwendig ist.

Erforderlichkeit eines Erbscheins

Das OLG Frankfurt thematisiert die Notwendigkeit eines Erbscheins im Grundbuchverfahren, auch wenn notarielle Urkunden vorliegen. Die Diskussion wird durch die Unsicherheiten der aktuellen Rechtsprechung belebt, insbesondere im Hinblick auf die Verwendung eidesstattlicher Versicherungen.

Praktische Empfehlungen für Notare

Die Gesprächspartner empfehlen, die Verwendung von Pflichtteilsstrafklauseln zu überdenken und stattdessen Änderungsmöglichkeiten in die Testamente aufzunehmen. Die Notare sollten die Erben auch darauf hinweisen, dass ein Erbschein möglicherweise dennoch erforderlich sein könnte.

Einführung und Ziele des Podcasts

Im Podcast des Deutschen Notarvereins und des Deutschen Notarverlags, moderiert von Dr. Joel Reis und Frau Schmidt, werden spannende Urteile und aktuelle Entwicklungen im Notarwesen besprochen. In der ersten Folge ist Justizrat Professor Dr. Christopher Keim zu Gast.

Nachweis der Erbfolge und Pflichtteilsstrafklauseln

Das zentrale Thema der Episode ist der Nachweis der Erbfolge beim Grundbuchamt, insbesondere im Kontext von Pflichtteilsstrafklauseln in notariellen Testamenten. Der Leitsatz des OLG Frankfurt betont die Notwendigkeit eines Erbscheins oder einer notarielle eidesstattlichen Versicherung zur Nachweisführung.

Wirkung der Pflichtteilsstrafklauseln

Diese Klauseln sollen verhindern, dass Erben nach dem Tod des ersten Elternteils ihren Pflichtteil geltend machen. Professor Keim erklärt, dass solche Klauseln oft in Ehegattentestamenten verwendet werden, um den Pflichtteil unattraktiv zu machen und das Verhalten der Erben zu beeinflussen.

Rechtliche Herausforderungen bei der Formulierung

Die Diskussion beleuchtet die unterschiedlichen Formulierungen und deren rechtliche Auswirkungen. Es wird betont, dass unklare Formulierungen zu rechtlichen Streitigkeiten führen können und eine sorgfältige Auswahl notwendig ist.

Erforderlichkeit eines Erbscheins

Das OLG Frankfurt thematisiert die Notwendigkeit eines Erbscheins im Grundbuchverfahren, auch wenn notarielle Urkunden vorliegen. Die Diskussion wird durch die Unsicherheiten der aktuellen Rechtsprechung belebt, insbesondere im Hinblick auf die Verwendung eidesstattlicher Versicherungen.

Praktische Empfehlungen für Notare

Die Gesprächspartner empfehlen, die Verwendung von Pflichtteilsstrafklauseln zu überdenken und stattdessen Änderungsmöglichkeiten in die Testamente aufzunehmen. Die Notare sollten die Erben auch darauf hinweisen, dass ein Erbschein möglicherweise dennoch erforderlich sein könnte.