
Methusalem
Michael Brade
Beschreibung
Ich spreche mit interessanten Menschen, die eigenwillige Projekte ins Leben gerufen haben und davon berichten können. Es geht mir auch darum, Ideen, Werte, (Lern-) Erfahrungen und Geschichten zu sichern, so dass sie nicht verloren gehen und anderen als Inspiration dienen können.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#04 Methusalem im Gespräch mit Kristina Mehner
Gründungsgeschichte und pädagogische Orientierung
Die Schulgründung erfolgte in einer Zeit des Umbruchs, mit Wendeereignissen als Hintergrund. Die Initiatorinnen brachten Erfahrungen aus der Hilfs-, Lernbehinderungs- und Freien-Schullandschaft ein und wählten eine Montessori-Orientierung in einer Naturschule. Ziel war, Lernprozesse lebensnah, praktisch und handelnd zu gestalten, nicht rein theoretisch. Der Prozess verband persönliche Biografie, konkrete Bildungswünsche der Eltern und die Suche nach einer passenden Form jenseits des regulären Systems.
Praxis, Regeln und Umgangsformen
Der Alltag betont offene Strukturen, vorbereitete Umgebungen und eine geringe Fixierung auf starre Regeln. Entscheidungen entstehen gemeinsam, Regeln entwickeln sich aus der Praxis, und der respektvolle Umgang wird betont. Lernen findet sowohl drinnen als auch draußen statt, mit viel Raum für Experimente, Materialien und eigenständiges Tun. Die Lehrenden arbeiten im Team, damit sich Kinder die passende Unterstützung finden können.
Entwicklung, Kooperationen und Ausdehnung
Beginnend in Taschenberg wurde die Schule schrittweise nach Prenzlau verlegt, mit Exkursionen, Waldtagen und regionaler Vernetzung. Kooperationen mit Templin führten zur gemeinsamen Zweigstelle und später zur eigenständigen Grundschule sowie Sekundarschule. Weitere Projekte wie Walmo entstanden als eigenständige Initiativen. Finanzielle Rahmenbedingungen waren herausfordernd, doch der Mut, Neues zu wagen, trug das Vorhaben durch Krisen und Krisenmüdigkeit.
Philosophie, Übergänge und Zukunftsausblick
Zentrale Idee bleibt, dass Lernen lebenslang stattfindet und Kinder eigenständig entscheiden dürfen, wie sie lernen. Übergänge zwischen Grundschule und Regelschule werden sensibel begleitet, mit Blick auf individuelle Reife und vorhandene Ressourcen. Neugier, Vielfalt der Lernwege und das Miteinander von Eltern, Lehrenden und Kindern prägen den Alltag. Ein Blick nach vorn bleibt offen für neue Impulse und Fortführung der Schulentwicklung durch kommende Generationen.

#03 Methusalem im Gespräch mit Burkhard Lammert
Grundgedanken und Entstehung der Freien Schule Bochum
Der Gesprächspartner reflektiert, wie die Idee einer freieren Bildung aus der Kinderladenbewegung entstanden ist. Aus der Praxis heraus entwickelte sich der Wunsch, eine Grundschulabteilung zu gründen, um Kindern Lernwege zu ermöglichen, die individuelle Entwicklung in Mittelpunkt stellen. Die Gründung war ein gemeinschaftlicher Prozess, der viele Elterntreffen, Diskussionen und Engagement erforderte und das Prinzip der Selbstbestimmung stark betonte.
Offenes Lernen, Selbstbestimmung und Lernwege
Zentrale Orientierung war, Kinder nicht zu instrumentalisieren, sondern ihre Fähigkeiten, Interessen und Freiräume ernst zu nehmen. Unterricht erfolgte projekt- und projektübergreifend, mit Wochenplänen statt festgelegter Lehrbücher. Der Fokus lag auf selbstbestimmtem Lernen, Motivation, Experimentieren und der Bereitschaft, Lernprozesse individuell zu gestalten, statt standardisierte Erwartungen vorschreiben zu lassen.
Demokratie, Inklusion und Zusammenarbeit
Der Austausch betont die Bedeutung demokratischer Mitbestimmung von Eltern, Lernbegleitern und Kindern. Inklusion wird als fortlaufender Prozess verstanden, kritisch begleitet und offen gestaltet. Zusammenarbeit im Team, gemeinsame Sprechstunden mit Kindern und Eltern sowie das Vertrauen in individuelle Begabungen sollen Diskriminierung verhindern und Lernräume für alle schaffen.
Lebensweg Schule und Ausblick
Schule wird als lebenslanger Lern- und Entwicklungsraum gesehen, in dem Abschlussorientierung nicht starre Ziele dominiert, sondern je nach Entwicklung angepasst wird. Nach dem Abschluss bleiben Kontakte, Reflexion und Austausch wichtig, um Erfahrungen weiterzugeben und kontinuierlich an Verbesserungen zu arbeiten. Die Vision bleibt, Bildung frei, demokratisch und kindzentriert weiterzuentwickeln.

#02 Methusalem im Gespräch mit Dr. Ralf Boldt
Podcast-Ziel und Konzept
Der Podcast hat das Ziel, ältere Menschen, insbesondere ehemalige Pädagogen und Künstler, zu befragen und deren Erfahrungen sowie Perspektiven zur Alternativschulpädagogik und Kreativität zu teilen. Im Fokus steht das Rückblicken auf die eigene Karriere und das Teilen von wertvollen Erkenntnissen mit kommenden Generationen.
Erfahrungen in der Bildung
Der Gesprächspartner berichtet von seiner eigenen Lehrerfahrung als Biologie- und Chemielehrer in der DDR und seinen ersten Kontakten zur alternativen Schulbildung. Er thematisiert die Herausforderungen und Möglichkeiten, die sich nach der Wende für die Bildung im Osten Deutschlands ergaben, sowie die Gründung alternativer Schulen.
Entwicklung alternativer Schulen
Die Erziehung in Alternativschulen wird als Antwort auf das starre DDR-Bildungssystem beschrieben. Es wird betont, wie wichtig es ist, künstlerische und kreative Aspekte in die Pädagogik zu integrieren, um den Schülern eine umfassende Entwicklung zu ermöglichen. Der Austausch zwischen Eltern und Lehrern spielt dabei eine zentrale Rolle.
Herausforderungen und Zukunft der Schulen
Der Podcast behandelt auch die Herausforderungen, die mit der Umstellung auf die Sekundarstufe verbunden sind, sowie den Druck von außen, standardisierte Prüfungen abzulegen. Es wird diskutiert, wie man eine Balance zwischen freier Pädagogik und den Anforderungen des Bildungssystems finden kann.
Schulentwicklung und Gemeinschaft
Abschließend wird die familiäre Atmosphäre in freien Schulen hervorgehoben und wie wichtig das Engagement der Eltern und Lehrer für die Schulgemeinschaft ist. Es wird der Wunsch geäußert, weiterhin eine Schule zu gestalten, die alternative Bildung ermöglicht und gleichzeitig den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht wird.