
Missing Chapters
Gender Campus und IZFG
Beschreibung
In diesem Podcast sprechen wir über Rassismus im Hochschulkontext – über Macht, Wissen und über die Kapitel, die in akademischen Räumen oft fehlen oder ausgeblendet werden.
Missing Chapters bringt Forschung, Praxis und Aktivismus ins Gespräch und macht Perspektiven sichtbar, die in Hochschulen häufig marginalisiert sind.
Jede Folge widmet sich einem thematischen Schwerpunkt rund um rassismuskritische
Wissensproduktion, institutionelle Verantwortung und Möglichkeiten der Veränderung.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

«Overproblematised and Underrepresented: Muslim Women in Academic Spaces» - Keynote by Faten Khazaei for the national conference «Racism and Higher Education»
Einleitung und persönliche Perspektive
Die Vortragende, eine interdisziplinäre Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt auf Genderstudien, kritischer Rassenforschung und Migrationssoziologie, beginnt ihren Vortrag mit einer persönlichen Note. Sie stellt fest, dass sie als Akademikerin vor einem Publikum spricht, während ihre Heimat im Krieg ist, was die Herausforderungen der Neutralität und Objektivität in der akademischen Welt verdeutlicht.
Rassismus und Wissensproduktion
Sie thematisiert die paradoxen Erfahrungen von muslimischen Frauen in akademischen Räumen, die oft als Probleme für die Gesellschaft wahrgenommen werden, jedoch als Wissensproduzentinnen unsichtbar bleiben. Universitäten legitimieren rassifizierte und kolonialistische Wissensformen und reproduzieren stereotype Kategorien, die muslimische Frauen als Studienobjekte anstatt als aktive Mitgestalterinnen darstellen.
Kategorisierung und ihre Auswirkungen
Die Vortragende kritisiert die Essentialisierung des Begriffs „muslimische Frauen“, die als Identitätskategorie verwendet wird, die sie dazu zwingt, eine bestimmte Perspektive zu vertreten, anstatt als vollwertige Wissensproduzentinnen anerkannt zu werden. Diese Kategorisierung führt zu einer verzerrten Wahrnehmung und verhindert, dass die vielfältigen Sichtweisen und Erfahrungen dieser Frauen Gehör finden.
Strukturelle Herausforderungen in der akademischen Welt
Sie beschreibt die Herausforderungen, mit denen muslimische Frauen in der akademischen Welt konfrontiert sind, einschließlich des neoliberalen Individualismus, der oft Diversity-Initiativen untergräbt und die bestehenden Machtstrukturen aufrechterhält. Die Autorität über das Wissen bleibt in den Händen derjenigen, die privilegierte Positionen einnehmen, während marginalisierte Stimmen weiterhin unterdrückt werden.
Transformation der akademischen Praxis
Die Vortragende fordert eine grundlegende Transformation der akademischen Praktiken, die über bloße Diversität hinausgeht. Dies umfasst die Anerkennung von Lebenserfahrungen als theoretische Expertise und die Entwicklung von institutionellen Praktiken, die rassistische und koloniale Strukturen kritisch hinterfragen. Sie plädiert dafür, die Stimmen von muslimischen Frauen in der Wissensproduktion zu integrieren, um ein umfassenderes und gerechteres Verständnis von Macht und Widerstand zu fördern.
Schlussfolgerung
Abschließend betont die Vortragende, dass die Herausforderungen und Widersprüche, die muslimische Frauen in akademischen Kontexten erleben, nicht nur akademische Probleme sind, sondern weitreichende gesellschaftliche Konsequenzen haben. Die Qualität des produzierten Wissens ist untrennbar mit der Repräsentation und Stimme dieser Frauen verbunden.

Wissensproduktion im ‹postkolonialen Moment› der Schweiz. Eine Kritik aus schwarzfeministischer Perspektive - Keynote von Jovita dos Santos Pinto im Rahmen der Konferenz "Rassismus und Hochschule"
Einführung von Jovita dos Santos Pinto
Jovita dos Santos Pinto, Doktorandin in Gender Studies und wissenschaftliche Assistentin, spricht über die koloniale Geschichte der Schweiz und deren Anerkennung in der Gesellschaft. Sie thematisiert die Rolle von sozialen Bewegungen und die Verschiebung im Diskurs über Kolonialismus in der Schweiz.
Die Verschiebung des Diskurses
Früher wurde die Schweiz als kolonial unbeteiligt angesehen, doch soziale Bewegungen haben zu einer breiteren Anerkennung der kolonialen Vergangenheit geführt. Neuere Initiativen, Ausstellungen und Lehrmaterialien reflektieren diese Veränderungen.
Wissensproduktion und -verteilung
Pintos Vortrag stellt die Fragen auf, welches Wissen anerkannt wird, wer als Wissend gilt und welche Perspektiven marginalisiert werden. Sie betont die Wichtigkeit von schwarzfeministischen Ansätzen in der Wissensproduktion.
Kritik an bestehenden Institutionen
Sie kritisiert, dass trotz Fortschritten in der Einbindung schwarzer Perspektiven, die Darstellung und das Verständnis von kolonialer Geschichte oft weiterhin durch hegemoniale, weiße Narrative dominiert werden.
Fallbeispiele aus Neuenburg und Zürich
Pinto analysiert konkret zwei Projekte in Neuenburg und Zürich, die sich mit der Aufarbeitung kolonialer Geschichte beschäftigen, und thematisiert die Rolle von schwarzen Akteuren in diesen Kontexten.
Schlussfolgerungen
Abschließend reflektiert Pinto über die Herausforderungen, die sich aus der institutionellen Integration von Diversität ergeben, und fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Relevanz und Wirkung diversitätsbezogener Maßnahmen.

«Le rôle de l’Histoire dans l’analyse, la déconstruction et la lutte contre le racisme» - Keynote by Izabel Barros for the national conference "Racism and Higher Education"
Einführung und Hintergrund
Isabel Barros, Doktorandin an der Universität Lausanne, präsentiert ihre Forschung zu den Themen Mutterschaft und Sklaverei in Bezug auf die Geschichte der Schweiz und ihrer Verbindungen zu Brasilien. Ihre Arbeit untersucht die Rolle von Frauen in der Sklaverei und deren Nachwirkungen in der heutigen Gesellschaft.
Forschung über versklavte Frauen
Barros diskutiert die Geschichte zweier versklavter Frauen, Rosa und Teresa, die im 19. Jahrhundert auf der Victoria-Plantage in Brasilien lebten. Sie beleuchtet die wirtschaftlichen und emotionalen Herausforderungen, denen sie gegenüberstanden, als ihre Söhne verkauft wurden.
Nachwirkungen der Sklaverei
Die Präsentation thematisiert die Kontinuitäten der Sklaverei und ihre Auswirkungen auf moderne Gesellschaften, die sogenannten Nachleben der Sklaverei. Barros argumentiert, dass die Geschichten dieser Frauen und deren Kinder Teil der Schweizer Geschichte sind.
Strukturelle Hindernisse in der akademischen Forschung
Barros reflektiert über die strukturellen Einschränkungen des Schweizer akademischen Systems, die die Forschung zu kolonialen Themen erschweren, und diskutiert Strategien zur Überwindung dieser Herausforderungen.
Praktische Probleme und Diskriminierung in der Akademie
Abschließend hebt Barros praktische Probleme hervor, die die Teilnahme von Menschen, die von Rassismus betroffen sind, an akademischen Räumen behindern. Sie betont die Notwendigkeit von Diversität und Inklusion in der akademischen Welt.