
104h Blackout – wie verwundbar sind wir?
Tagesspiegel
Beschreibung
Doch es ist kein Berliner Problem. Es könnte überall in Deutschland passieren. Bundesweit gab es seit 2022 mehr als 570 politisch motivierte Angriffe auf die Energieversorgung. Motive haben viele: Extremisten, aber auch feindliche Staaten. Die Blackout-Tage im Berlin machen klar, wie verletzlich wir sind.
In der 6-teiligen Podcast-Serie „104h Blackout“ rekonstruiert Tagesspiegel-Reporter Julius Geiler zusammen mit den Betroffenen, den Verantwortlichen, Rettungskräften und Experten die fünf Tage ohne Strom. Wir wollen wissen: Was macht es mit Menschen, wenn plötzlich nichts mehr geht? Wer sind die Täter? Und was muss in ganz Deutschland passieren, damit wir krisenfester werden?
Jeden Freitag eine neue Folge. Mit T+Abo schon eine Woche früher hören: tagesspiegel.de/blackout.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Bonus-Folge: Die eine Unwahrheit zu viel
Kai Wegners Rückzug als Spitzenkandidat
Kai Wegner, der Regierende Bürgermeister von Berlin, tritt nicht mehr als Spitzenkandidat bei den bevorstehenden Wahlen an, was im Zusammenhang mit dem Stromausfall im Januar 2026 steht. Eine umfassende Recherche des Tagesspiegels über seinen Tagesablauf während des Blackouts hat Unwahrheiten in seinen Aussagen aufgedeckt, was seine politische Karriere erheblich belastet hat.
Der Stromausfall und Wegners Reaktion
Am 3. Januar 2026 fiel der Strom in Teilen Berlins aus, was zu einem großen Krisenszenario führte. Wegner blieb jedoch während des gesamten Tages abwesend, was als ungewöhnlich für einen Politiker in seiner Position angesehen wurde. Erst 30 Stunden später erschien er öffentlich und sah sich wütenden Bürgern gegenüber.
Unwahrheiten und Recherchen
Wegner behauptete, den Tag über in seinem Büro telefoniert zu haben, jedoch stellte sich heraus, dass er auch Tennis spielte und nicht die Wahrheit sagte. Die Recherchen des Tagesspiegels führten zu einem Eilantrag auf Auskunft, da die Senatskanzlei zunächst unvollständige Informationen gab.
Politische Konsequenzen und Umfragen
Wegen der aufgedeckten Unwahrheiten und dem Vertrauensverlust in seine Person gab es einen Rückgang der Umfragewerte für die CDU. Wegner entschied sich schließlich, nicht mehr anzutreten, da er der Partei schaden könnte.
Nachfolge und Ausblick
Stefan Evers wird der neue Spitzenkandidat der CDU. Obwohl er als loyal und kompetent gilt, ist er weniger bekannt und hat sich bisher nicht in die erste Reihe gedrängt. Die politische Situation bleibt angespannt, da die Glaubwürdigkeit der CDU und ihrer Kandidaten auf dem Spiel steht.

Was bleibt vom Blackout? Ihr fragt, wir antworten (6/6)
Bilanz der Erfahrungen und Alltagsauswirkungen
Aus Hörererfahrungen geht hervor, dass ein längerer Stromausfall eindrückliche Spuren hinterlassen hat: Dunkelheit, Kälte, verunsicherte Nachbarschaften und zugleich bemerkenswerte Hilfsbereitschaft. Ehrenamtliche Unterstützung, gemeinschaftliche Kontakte und pragmatische Lösungen spielten eine zentrale Rolle, während Unsicherheit über Reparaturstände und Informationslage das Gefühl der Isolation verstärkten.
Besondere Betroffenheit von vulnerablen Gruppen
Der Bericht hebt hervor, dass neben Älteren und Erkrankten auch Kinder besonders vulnerable waren. In einem Heim mit betreuten Kindern führte der Ausfall zu Sicherheitsbedürfnissen, emotionalen Belastungen und einer improvisierten Versorgung mit Wärme, Kommunikation und häufigem Kontakt zu Helfenden. Die Situation zeigte, wie wichtig verlässliche Strukturen und verlässliche Routine sind.
Information, Kommunikation und Krisenlogik
Die Verfügbarkeit von Informationen litt erheblich; Funk und Netz brachen zusammen, Kurbelradios wurden genutzt, doch klare Krisen-Updates fehlten zeitweise. Medien wie Radiosender versuchten mit Nachplattformen und Live-Berichten zu unterstützen. Die Folge: Bedarf an verbindlicher, verständlicher Kommunikation und besseren Verknüpfungen von Onlinelösungen mit Live-Updates sowie klaren Hinweisen für Betroffene.
Krisenvorsorge, Staat und individuelle Verantwortung
Experten argumentieren, dass operative Einheiten besser vorbereitet seien als politische Ebenen. Große Finanzzusagen und neue Strukturen werden diskutiert, aber Kommunen fordern stärkere Mitbestimmung. Eine Studie zur Resilienz zeigt gemischte Bewertungen; Berlin sticht positiv hervor. Kernbotschaft bleibt: Krisenvorsorge erfordert gemeinschaftliche Anstrengung von Staat, Kommunen und Bürgern, wobei individuelle Vorbereitung eine zentrale Rolle spielt.

Was ans Licht kommt, wenn der Strom wieder fließt (5/6)
Kommunikation, Vertrauen und Lehren aus dem Krisenbeginn
Die Berichterstattung über Warnungen und Stromausfälle offenbarte Verwirrung und Kommunikationshürden. Mehrere Meldungen wirkten wie Endwarnungen, wurden aber nicht eindeutig erklärt. Im Fokus stand das Vertrauen in Politikerinnen und Politiker und die Glaubwürdigkeit der Krisenführung. Experteinnen und Experten betonten die Notwendigkeit, Lehren aus dem Vorfall zu ziehen, damit Resilienz und Krisenvorsorge besser funktionieren.
Wiederherstellung des Stroms und politische Kontroversen
Der Strom kehrte schrittweise zurück, doch die öffentliche Debatte konzentrierte sich auf die Rolle der Führungspersonen. Streitpunkte drehten sich um zeitliche Abläufe, Transparenz und öffentliche Erklärungen. Die Ereignisse führten zu anhaltenden Fragen, wie Handlungen in der Krise bewertet werden und wer als Krisenmanager sichtbar bleibt. Die Auseinandersetzung blieb über Tage hinweg präsent.
Resilienz, Krisenvorsorge und Infrastruktur
Wissenschaftliche Analysen mahnen eindringlich: Resilienz muss gestärkt werden. Vorschläge umfassen Schutz kritischer Infrastruktur, verbesserte Notfallkommunikation und klare Zuständigkeiten. Investitionen sollen langfristig die Einsatzbereitschaft erhöhen, Redundanzen verbessern und das Netz geografisch robuster machen. Wichtig bleibt ein detailliertes Lagebild und eine frühzeitige Planung für Krisenfälle.
Alltag, Hilfsbereitschaft und Zukunftsorientierung
Berichte zeigten, wie Nachbarschaftshilfe, Ehrenamt und professionelle Einsatzkräfte in der Krise zusammenarbeiten. Persönliche Erfahrungen verdeutlichten, dass Vorbereitung über bloßes Überleben hinausgeht: Notfallpläne, Kommunikation mit Kitas und Schulen sowie der Zugang zu Hilfsangeboten sind zentral. Die Gespräche fügten sich zu einer breiteren Diskussion über gesellschaftliche Verantwortung und konkrete Schritte zur besseren Krisenvorsorge zusammen.