
Kapitalmarkt Logbuch
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Henning von Kottwitz: Die Rolle des Liquidators am Kapitalmarkt
Die Rolle des Liquidators
Henning von Kottwitz erklärt, dass die Aufgaben eines Liquidators im Aktiengesetz klar definiert sind. Der Liquidator muss laufende Geschäfte beenden, Forderungen einziehen, Vermögen in Geld umsetzen und Gläubiger befriedigen, wobei die Abwicklung bestmöglich erfolgen soll.
Unterschied zwischen Liquidation und Insolvenz
Es wird betont, dass Liquidation und Insolvenz grundlegend unterschiedliche Prozesse sind. Eine Liquidation erfolgt ohne Insolvenzgründe, während eine Insolvenz eintritt, wenn ein Unternehmen zahlungsunfähig oder überschuldet ist. Die Liquidation der Partnerfonds AG wurde initiiert, weil die Aktionäre ihr Geld zurückhaben wollten.
Liquidationsprozess und Herausforderungen
Die Liquidation der Partnerfonds AG ist ein komplexer Prozess, der durch die Verwertung der größten Beteiligung, der Bluecap AG, geprägt ist. Schwierigkeiten beim Verkauf großer Aktienpakete ohne Einfluss auf den Börsenkurs wurden angesprochen, ebenso die Notwendigkeit, Steuerprüfungen abzuwickeln.
Erste Erfolge und Ausschüttungen
Bislang wurden bereits 48 Millionen Euro an die Aktionäre ausgeschüttet, was etwa 60 Cent auf den Dollar des Nennwerts der Partnerfondsaktie entspricht. Ziel ist es, letztendlich den vollständigen Nennwert auszuschütten.
Aktientausch als Lösung
Eine innovative Lösung war der Aktientausch, bei dem Partnerfondsaktionäre ihre Aktien gegen Bluecap-Aktien eintauschen konnten. Dies wurde durch externe Bewertungen und ein freiwilliges Angebot ermöglicht, das den Aktionären zugutekam, indem sie in eine liquider handelbare Aktie wechseln konnten.
Zusammenfassung und Ausblick
Der Liquidationsprozess ist weit fortgeschritten, und die Verwertung der verbleibenden Assets, einschließlich der Bluecap AG, wird fortgesetzt. Die Strategie bleibt, die bestmögliche Verwertung der Vermögenswerte zu gewährleisten.

Mark Christian Schneider: Wie SIXT den Dialog mit dem Kapitalmarkt führt
Die Dualität in der Investor Relations
Im Podcast diskutieren die Sprecher die Balance zwischen Mut und Vorsicht in der Investor Relations. Während Sixt mutig im Marketing auftritt, bleibt die Kommunikation mit Investoren konservativ und reguliert, um Vertrauen und Verlässlichkeit zu gewährleisten.
Die Rolle des Head of Investor Relations
Marc-Christian Schneider beschreibt seine Aufgaben als Head of Investor Relations und Public Relations bei Sixt. Die Kommunikation mit Investoren erfordert ein tiefes Verständnis des Unternehmens und die Fähigkeit, komplexe Informationen klar und greifbar zu vermitteln.
40 Jahre Börsennotierung
Sixt feiert 40 Jahre an der Börse, was die Bedeutung der Equity Story hervorhebt. Schneider betont, dass das Unternehmen stets profitabel gewachsen ist, was eine zentrale Botschaft für Investoren darstellt.
Die Herausforderungen und Chancen des Marktes
Die Diskussion beleuchtet die Herausforderungen, die sich aus den Schwankungen am Gebrauchtwagenmarkt ergeben, und die Notwendigkeit, die Erwartungen des Marktes realistisch zu steuern. Schneider hebt hervor, dass Sixt trotz schwieriger Umstände profitabel bleibt und Wachstumschancen in den USA und Europa sieht.
Innovationen und Digitalisierung
Die Integration von KI in die Prozesse der Hauptversammlungen und die Nutzung digitaler Kanäle zur Investorenkommunikation werden als wesentliche Entwicklungen hervorgehoben. Schneider spricht über die Notwendigkeit, sich an die sich ändernden Marktbedingungen anzupassen und neue Wege in der Kommunikation zu gehen.
Zusammenarbeit und Teamarbeit
Die enge Zusammenarbeit zwischen Investor Relations und Public Relations wird als Vorteil gesehen, da sie ein konsistentes Storytelling ermöglicht. Schneider betont die Bedeutung von Teamarbeit und Netzwerken innerhalb des Unternehmens.

Erik Massmann: Birkenstock, Wall Street und die Realität eines US IPOs
US-Expansion vs. europäische Perspektiven
Der Blick auf verschiedene Kapitalmärkte zeigt Unterschiede in Vorbereitung, Investorensicht und Regulierung. Die Roadshow diente der intensiven Prüfung durch zahlreiche Fonds, während europäische Kontakte weniger zahlreich und oft weniger präsent waren. Der US-Markt bietet größere Fondsgrößen und eine andere Dynamik, was die Equity-Story beeinflusst und die Internationalisierung begünstigt, aber auch komplexer macht.
Kern der Birkenstock-Entscheidung und Investorenszene
Birkenstock wurde als deutsches Traditionsunternehmen mit wachsendem Konsumgüter-Portfolio in den USA an die Börse gebracht. Die US-Investoren sahen eine starke Marke mit klarer Wachstumsstory, während europäische Gespräche begrenzt blieben. Der amerikanische Markt bot größere Reichweite, bessere Skalierungspotenziale und eine breitere Investorenlandschaft, was die IPO-Dynamik beflügelte.
Prozess, Regulierung und Herausforderungen
Der Börsengang in den USA war stark reguliert, mit umfangreicher Dokumentation, Gutachten und Protokollen. Die Vorbereitung zog sich über längere Zeit, und juristische Aufarbeitung nahm mehr Raum ein als erwartet. Die Zusammenarbeit mit Banken, Prüfern und Rechtsanwälten war kritisch, ebenso die Abstimmung der Equity-Story mit Anforderungen der Regulatorik und dem Aftermarket.
Mythen, Learnings und Ausblick
Mythen rund um Glocke und Vorbereitung wurden als Beobachtung beschrieben. Erfahrungen zeigten, dass US-Listings größere Kosten, längere IR-Bemühungen und stärkeren Fokus auf Investor-Daten erfordern. Als Fazit bleibt, dass Privatinvestoren in Europa weniger zentrale Rolle spielen und der Gang in den US-Markt ab einer bestimmten Größenordnung sinnvoll sein kann, je nach Zielsetzung und Partnern.