
JOSÉPHINE - ANTIRASSISMUS im RADIO
simon INOU
Beschreibung
Unsere Sendung trägt den Namen „JOSÉPHINE“ – ein Name, der Verpflichtung und Inspiration zugleich ist. Wir ehren damit Joséphine Soliman (1772–1801), eine außergewöhnliche Frau, die als Erste in der österreichischen Geschichte den Mut aufbrachte, offen gegen strukturellen Rassismus aufzubegehren.Ihr Kampf war ein zutiefst persönlicher: Ihr Vater, der hochgeschätzte Intellektuelle und Freund Mozarts, Angelo Soliman, wurde trotz seines Prestiges Opfer der grausamen Entmenschlichung durch den Rassismus der Habsburgermonarchie. Joséphine kämpfte unermüdlich für die Würde ihres Vaters und gegen ein System, das Menschen nach ihrer Herkunft wertete.
Podmon Kategorien
Upgrade dein Konto, um kontextuelle Kategorien zu sehen!
Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Zum Schulstart: Bildungswissenschaftler Michael Doblmair gibt Antidiskriminierungstipps für Lehrkräfte und Schüler:innen
Einführung und Hintergrund von Michael Lobelmeier
Michael Lobelmeier, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien und Vater eines einjährigen Kindes, engagiert sich seit über sieben Jahren in der Initiative für ein diskriminierungsfreies Bildungswesen. Diese Initiative, gegründet von Sonja Zafrani und anderen, zielt darauf ab, Diskriminierungsfälle im Schulsystem zu dokumentieren und zu bekämpfen.
Aktivitäten der Initiative
Die Initiative verlagert ihren Fokus von der Erstellung von Jahresberichten hin zu Workshops an Schulen, um Schülerinnen und Schüler zu stärken und ihnen Tools an die Hand zu geben, um Diskriminierung zu widerstehen.
Diskriminierung durch Kopftuchverbot
Ein zentrales Thema ist das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren, das als diskriminierend wahrgenommen wird. Lobelmeier argumentiert, dass dieses Gesetz Mädchen ihrer Entscheidungsfreiheit beraubt und zu emotionalen Belastungen führt.
Auswirkungen auf Mädchen und Familien
Lobelmeier schildert die negativen Auswirkungen des Verbots auf das psychische Wohlbefinden der Mädchen und die Konflikte, die es in Familien auslösen kann. Zudem wird der Druck auf Lehrerinnen und Lehrer erwähnt, die sich in einem Spannungsfeld zwischen Gesetz und eigener Ethik befinden.
Gesellschaftlicher Diskurs und Rassismus
Er analysiert den Wandel des gesellschaftlichen Diskurses über Musliminnen und kritisiert, dass politische Entscheidungen zunehmend von rassistischen Narrativen geprägt sind. Diese Entwicklungen haben Auswirkungen auf die Wahrnehmung und Behandlung von Diskriminierung im Bildungssystem.
Empfehlungen zur Bekämpfung von Diskriminierung
Lobelmeier betont die Notwendigkeit eines inklusiven Schulsystems und empfiehlt Maßnahmen wie die Einführung eines nationalen Aktionsplans gegen Rassismus, Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schaffung eines offenen Dialogs über Diskriminierung innerhalb der Schule.

Ursula Hemetek über die Anfänge der Initiative Minderheiten
Ursula Hemetek und ihre Erfahrungen mit Diskriminierung
Ursula Hemetek, Ethnomusikologin und Mitbegründerin der Initiative Minderheiten, teilt ihre persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung, die sie als Apothekers Tochter in Niederösterreich erlebte, insbesondere durch die Heirat mit einem Gastarbeiter aus Jugoslawien. Dies führte zu massiven Vorurteilen und Herausforderungen, wie etwa Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche, die sie klar erlebte.
Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Diskriminierung
Die Diskriminierung, die sie erlebte, motivierte Hemetek, sich wissenschaftlich mit Minderheitenmusiken auseinanderzusetzen. Ihre Dissertation über die Musik der Burgenland-Kroatinnen zeigt ihren Weg, aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen und sich politisch zu engagieren.
Initiative Minderheiten und das Minderheitenjahr
Gemeinsam mit anderen Aktivisten, einschließlich des Physikers Michael Oertl, setzte Hemetek sich für ein Minderheitenjahr in Österreich ein, um die Rechte von Minderheiten zu fördern und das Verständnis zwischen Minderheiten und Mehrheiten zu verbessern. Trotz intensiver Lobbyarbeit wurde das Minderheitenjahr nicht ausgerufen, was jedoch nicht den Widerstand und die Bildung von Allianzen zwischen verschiedenen Minderheitengruppen minderte.
Aufruf zur aktiven Teilnahme und Engagement
Hemetek ermutigt junge Menschen, aktiv an Antirassismus-Kämpfen teilzunehmen, insbesondere durch öffentliche Demonstrationen, anstatt sich nur auf soziale Medien zu verlassen. Sie betont die Wichtigkeit von persönlichem Engagement in der Gesellschaft, um Veränderungen zu bewirken.

Farid Hafez on Governing Islam in Austria and Germany: From Colonial Times to the Present
Farid Hafez: Bildungserfahrungen in den USA
Farid Hafez, Politikwissenschaftler und Forscher, reflektiert über seine Erfahrungen in den USA im Vergleich zu Österreich. Er hebt hervor, dass die Studienqualität und Wissenschaftsfreiheit in den USA höher sind und die Institutionalisierung von Wissenschaft vielfältige Perspektiven ermöglicht.
Zusammenfassung des Buches
Hafez präsentiert sein Buch "Governing Islam in Austria and Germany" und untersucht die kolonialen Wurzeln der Islampolitik in Europa. Er analysiert, wie historische Kontinuitäten vom Kolonialismus über die Nazizeit bis zur Gegenwart bestehen und ähnliche Muster in der Kontrolle über muslimische Gemeinschaften sichtbar sind.
Widerstand der muslimischen Zivilgesellschaft
Er beschreibt den Widerstand der muslimischen Bevölkerung gegen koloniale und nationalsozialistische Regime als ein fortlaufendes Kontinuum. Der Widerstand und die Kontrolle über muslimische Gemeinschaften sind dabei zentrale Themen, die Hafez in seiner Forschung aufzeigt.
Postkoloniale Perspektiven
Hafez diskutiert die Idee der Zivilisierungsmission, die koloniale Vorstellungen widerspiegelt und auch in heutigen Integrationsdiskursen fortlebt. Er kritisiert, dass moderne Staaten oft koloniale Strukturen aufrechterhalten und muslimische Gemeinschaften marginalisieren.
Kritische Reflexion und gesellschaftliches Engagement
Hafez ermutigt zur kritischen Selbstreflexion und fordert die Bildung von Kollektiven, die sich für Gerechtigkeit und Gleichheit einsetzen. Universitäten sollten als Plattformen dienen, um gesellschaftliche Probleme zu adressieren und Veränderungen anzustoßen.
Ermutigung für junge Menschen
Zum Schluss spricht Hafez über die Bedeutung von Vorbildern und Beziehungen für junge Menschen, die Diskriminierung erfahren. Er fordert, dass diese Jugendliche Unterstützung erhalten, um ihre Träume trotz gesellschaftlicher Barrieren zu verfolgen.