
IHK Prüfer-Update
IHK Düsseldorf
Beschreibung
Prüfen ist fachlich anspruchsvoll – und rechtlich manchmal kniffliger, als es auf den ersten Blick wirkt. Das „IHK Prüfer-Update“ der IHK Düsseldorf greift typische Fragen aus der Prüfungspraxis auf, erklärt wichtige rechtliche Grundlagen verständlich und liefert konkrete Hinweise für den nächsten Prüfungseinsatz. Kurz, praxisnah und gut hörbar – für alle IHK-Prüferinnen & Prüfer, die ohne großen Aufwand prüfungsfit bleiben möchten. Neue Folgen gibt es jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat.
Die Macherinnen und Macher hinter diesem Podcast: Unser IHK-Bereich Aus- und Weiterbildungsprüfungen. Konzept, Faktenprüfung und Endabnahme liegen komplett in unserer Hand. Künstliche Intelligenz dient uns als Werkzeug, um unsere Themen in Dialogform zu bringen und zu vertonen.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Unlesbare Klausur – was tun?
24.09.2026
Eine Klausur ist kaum zu entziffern – darf der Prüfer einfach aufhören und null Punkte vergeben? Diese Folge zeigt, wann eine Antwort wirklich als unlesbar gilt und wie Prüferinnen und Prüfer bei Zweifeln vorgehen sollten.
Darum geht’s in dieser Folge:
Warum schwer lesbar nicht automatisch unlesbar bedeutet.
Weshalb für die Lesbarkeit ein objektiver Maßstab entscheidend ist.
Welche angemessenen Schritte Prüfer vor einer Bewertung wegen Unleserlichkeit unternehmen sollten.
Warum einzelne unlesbare Passagen nicht die ganze Aufgabe oder Klausur entwerten.
Weshalb die Handschrift selbst keinen Einfluss auf die fachliche Bewertung haben darf.
Wie unlesbare Stellen nachvollziehbar dokumentiert werden sollten.
Warum Bemerkungen wie „Ihre Schrift ist eine Unverschämtheit“ nicht auf eine Prüfungsarbeit gehören.
Rechtsprechung zum Nachlesen:
"Es gehört in den Verantwortungsbereich des Kandidaten, so zu schreiben, dass seine Arbeit für einen Dritten bei zumutbarer Anstrengung auch lesbar ist. Das bedeutet, dass der Prüfer alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen muss, die Handschrift des Prüflings zu entziffern. Ferner müssen grundsätzlich die Teile einer nur teilweise unlesbaren Arbeit auch zur Kenntnis genommen werden und in die Bewertung einfließen." (VG Hamburg, Urteil vom 20.05.2011 - 2 K 236/10; RandNr. 24)
"Es gehört zu den Mitwirkungspflichten eines Prüflings, eine schriftliche Prüfungsleistung in leserlicher Form zu erbringen. Unleserliches, dessen Sinn sich auch nicht aus dem Zusammenhang erschließen lässt, kann nicht bewertet werden." (OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 10.10.2008 - 14 A 1904/07, RandNr. 40)
"Es liegt ein rechtserheblicher Sachverhaltsirrtum vor, wenn ein Prüfer den Inhalt einer objektiv noch lesbaren Prüfungsarbeit nicht bewertet, sondern eine bewertbare Prüfungsleistung als nicht feststellbar ‑ weil nicht lesbar ‑ ansieht und daher null Punkte vergibt. Für die Frage, ob eine Prüfungsarbeit ganz oder in Teilen unleserlich ist, sind objektive Kriterien maßgeblich, ein Bewertungsspielraum steht den Prüfern hier nicht zu. Das Gericht hat die Lesbarkeit einer Arbeit letztverbindlich zu beurteilen." (VGH München, Urteil vom 10.12.1997 – 7 B 97.362)
Wir freuen uns über Ihr Feedback an pruefer-update@ihk.duesseldorf.de.
Das „IHK Prüfer-Update“ ist ein Podcastangebot der IHK Düsseldorf.
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Wieviele Prüfer braucht's bei der mündlichen Prüfung?
04.08.2026
Bei mündlichen Prüfungen kann bereits eine falsch besetzte Prüferbank die gesamte Prüfung gefährden. In dieser Folge erfahren Sie, warum alle regulären Ausschussmitglieder durchgehend anwesend sein müssen und welche Grenzen für Stellvertretungen sowie Hospitationen gelten.
Darum geht’s in dieser Folge:
· Warum bei einem dreiköpfigen Prüfungsausschuss alle drei Mitglieder anwesend sein müssen.
· Weshalb ein fehlendes Ausschussmitglied nicht nachträglich an der Bewertung mitwirken darf.
· Warum auch eine kurze Abwesenheit während der Prüfung problematisch ist.
· Wann ein stellvertretendes Ausschussmitglied anwesenheitsberechtigt ist.
· Unter welchen Voraussetzungen Hospitantinnen und Hospitanten teilnehmen dürfen.
· Warum Hospitierende weder Fragen stellen noch die Bewertung kommentieren dürfen.
· Wie ein kurzer Besetzungscheck vor Prüfungsbeginn Verfahrensfehler verhindert.
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Die Grenzen der Bewertung
20.07.2026
Prüferinnen und Prüfer müssen Leistungen einschätzen – und dürfen dabei durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Doch der Beurteilungsspielraum endet dort, wo sachfremde Motive, objektiv falsche Bewertungen oder die Missachtung fachlich vertretbarer Lösungen ins Spiel kommen.
Darum geht’s in dieser Folge:
· Warum Bewertungen trotz einheitlicher Regeln unterschiedlich ausfallen können.
· Was der Beurteilungsspielraum in IHK-Prüfungen konkret bedeutet.
· Weshalb strenge Bewertungen rechtlich zulässig sind.
· Wo die Grenze zwischen zulässiger Strenge und Willkür verläuft.
· Weshalb auch fachlich vertretbare Lösungen außerhalb der Lösungshinweise zählen müssen.
· Welche Rolle Gerichte bei der Kontrolle von Prüfungsbewertungen spielen.
Genannte Links & Ressourcen:
· Kontaktdaten für Feedback und Themenwünsche finden Sie in den Shownotes.
Wir freuen uns über Ihr Feedback an pruefer-update@ihk.duesseldorf.de.
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