Radiologie: KLARTEXT
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Radiologie: KLARTEXT

PD Dr. med. Bettina Baeßler

Beschreibung

Radiologie: Klartext ist der Podcast für alle, die in der Radiologie arbeiten – oder es noch vorhaben und wissen wollen, worauf sie sich wirklich einlassen. Ich bin Bettina Baeßler – Radiologin, Privatdozentin, Gründerin von LernRad. Ich spreche über das, was strukturell schiefläuft, über Weiterbildung, die diesen Namen oft nicht verdient, über Karrierewege jenseits des Standardpfads. Und über Dinge, über die in der Medizin fast niemand offen spricht: mentale Gesundheit, Neurodivergenz, den Umgang mit Schwäche in einem System, das nur Stärke kennt. Kein Motivationspodcast. Klartext.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Deskilling in der Radiologie: Verlieren wir unsere diagnostischen Fähigkeiten?

14.07.2026

Einführung in De-Skilling

Die Sprecherin gesteht, dass sie trotz ihrer Warnungen über die Risiken von KI in der Radiologie selbst De-Skilling erfahren hat. Die Abhängigkeit von KI-Systemen führt dazu, dass radiologische Fähigkeiten schleichend verloren gehen, was nicht nur andere, sondern auch sie selbst betrifft.

Die Problematik der Subspezialisierung

Die zunehmende Subspezialisierung in der Medizin führt dazu, dass Radiologen nicht mehr mit den klinischen Spezialisten mithalten können. Diese Entwicklung resultiert in einem Verlust an Vertrauen in die radiologischen Befunde, da die Radiologen nicht tief genug in die spezifischen Bedürfnisse der Fachrichtungen eintauchen können.

KI und ihre Auswirkungen auf die radiologische Praxis

Die Verwendung von KI-Systemen kann dazu führen, dass Radiologen nicht mehr systematisch nach bestimmten Befunden suchen, wie zum Beispiel zentralen Bronchialkarzinomen. Die Sprecherin beschreibt ihre eigene Erfahrung, dass sie weniger gründlich schaut, seit sie sich auf ein KI-System verlässt.

Studien zur Effektivität von KI

Eine Studie zeigt, dass erfahrene Endoskopiker nach routinemäßiger Nutzung von KI eine signifikante Abnahme der Adenom-Detektionsrate aufwiesen, was die negativen Auswirkungen von De-Skilling verdeutlicht. Diese Mechanismen sind auch auf die Radiologie übertragbar.

Never Skilling

Ein neuartiger Begriff, „Never Skilling“, beschreibt das Versäumnis, grundlegende Fähigkeiten zu erlernen, insbesondere bei Assistenzärzten, die von Anfang an nur mit KI arbeiten. Dies führt zu einer fehlenden Kompetenzentwicklung, wenn die KI nicht verfügbar ist.

Vorschläge zur Verbesserung der Weiterbildung

Die Sprecherin fordert, dass das Training ohne KI in die Weiterbildung integriert wird, um die Fähigkeiten der Radiologen zu erhalten. Es ist wichtig, regelmäßig ohne Unterstützung von KI zu arbeiten, um die eigene Kompetenz zu stärken.

Schlussfolgerung und Aufruf zur Ehrlichkeit

Die Sprecherin betont, dass mehr Bewusstsein und eine ehrliche Diskussion über die Auswirkungen von Technologie notwendig sind. Die Zukunft der Radiologie erfordert eine Rückbesinnung auf fundamentale Fähigkeiten und eine aktive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, die KI mit sich bringt.

Einführung in De-Skilling

Die Sprecherin gesteht, dass sie trotz ihrer Warnungen über die Risiken von KI in der Radiologie selbst De-Skilling erfahren hat. Die Abhängigkeit von KI-Systemen führt dazu, dass radiologische Fähigkeiten schleichend verloren gehen, was nicht nur andere, sondern auch sie selbst betrifft.

Die Problematik der Subspezialisierung

Die zunehmende Subspezialisierung in der Medizin führt dazu, dass Radiologen nicht mehr mit den klinischen Spezialisten mithalten können. Diese Entwicklung resultiert in einem Verlust an Vertrauen in die radiologischen Befunde, da die Radiologen nicht tief genug in die spezifischen Bedürfnisse der Fachrichtungen eintauchen können.

KI und ihre Auswirkungen auf die radiologische Praxis

Die Verwendung von KI-Systemen kann dazu führen, dass Radiologen nicht mehr systematisch nach bestimmten Befunden suchen, wie zum Beispiel zentralen Bronchialkarzinomen. Die Sprecherin beschreibt ihre eigene Erfahrung, dass sie weniger gründlich schaut, seit sie sich auf ein KI-System verlässt.

Studien zur Effektivität von KI

Eine Studie zeigt, dass erfahrene Endoskopiker nach routinemäßiger Nutzung von KI eine signifikante Abnahme der Adenom-Detektionsrate aufwiesen, was die negativen Auswirkungen von De-Skilling verdeutlicht. Diese Mechanismen sind auch auf die Radiologie übertragbar.

Never Skilling

Ein neuartiger Begriff, „Never Skilling“, beschreibt das Versäumnis, grundlegende Fähigkeiten zu erlernen, insbesondere bei Assistenzärzten, die von Anfang an nur mit KI arbeiten. Dies führt zu einer fehlenden Kompetenzentwicklung, wenn die KI nicht verfügbar ist.

Vorschläge zur Verbesserung der Weiterbildung

Die Sprecherin fordert, dass das Training ohne KI in die Weiterbildung integriert wird, um die Fähigkeiten der Radiologen zu erhalten. Es ist wichtig, regelmäßig ohne Unterstützung von KI zu arbeiten, um die eigene Kompetenz zu stärken.

Schlussfolgerung und Aufruf zur Ehrlichkeit

Die Sprecherin betont, dass mehr Bewusstsein und eine ehrliche Diskussion über die Auswirkungen von Technologie notwendig sind. Die Zukunft der Radiologie erfordert eine Rückbesinnung auf fundamentale Fähigkeiten und eine aktive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, die KI mit sich bringt.

Diagnose: Automation Bias – Die unsichtbare Gefahr, die jeden Befund beeinflusst

16.06.2026

Einführung in das Thema Automation Bias

Der Redner, der auf dem Deutschen Röntgenkongress spricht, thematisiert die Risiken der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Radiologie, insbesondere das Phänomen des Automation Bias. Er ermutigt die Zuhörer, über die Abhängigkeit von automatisierten Systemen nachzudenken und die eigene Kompetenz nicht zu vernachlässigen.

Studie zu Automation Bias

Eine durchgeführte Studie mit Radiologen zeigt, dass die Trefferquote beim Erkennen von Mammographien mit Unterstützung einer KI signifikant höher ist, jedoch auch bei falschen Empfehlungen der KI zahlreiche Fehler gemacht werden. Dies betrifft alle Erfahrungsstufen, was die Gefährlichkeit des Phänomens verdeutlicht.

Ursachen des Automation Bias

Der Redner erklärt drei psychologische Mechanismen, die zu Automation Bias führen: der Cognitive Miser Effect, der Einfluss von Autorität und das Gefühl der geteilten Verantwortung. Diese Mechanismen sind besonders in stressreichen Situationen relevant und begünstigen das Folgen falscher KI-Vorschläge.

Rechtliche Konsequenzen

Die Verantwortung für Fehler liegt weiterhin beim behandelnden Radiologen, auch wenn eine KI konsultiert wurde. Dies stellt ein rechtliches Dilemma dar, da Radiologen sowohl bei falschen als auch bei korrekten Entscheidungen durch KI haftbar gemacht werden können.

Empfehlungen für den Umgang mit KI

Der Redner plädiert dafür, eigene Urteile zu fällen, bevor man KI-gestützte Ergebnisse heranzieht. Dies sei notwendig, um die eigene Kompetenz zu erhalten und zu verhindern, dass Automation Bias zu einem klinischen Risiko wird.

Ausbildung und De-Skilling

Die Notwendigkeit einer strukturierten Weiterbildung in der Radiologie wird betont, um Radiologen zu befähigen, ihre eigene Wahrnehmung und Entscheidungskraft zu bewahren. Es wird auch auf die Gefahr des De-Skilling hingewiesen, wenn Assistenzärzte von Beginn an nur mit KI arbeiten.

Abschluss und Aufruf zur Diskussion

Der Redner schließt mit der Aufforderung, das Thema aktiv zu diskutieren und sich kritisch mit der Rolle von KI in der Radiologie auseinanderzusetzen.

Einführung in das Thema Automation Bias

Der Redner, der auf dem Deutschen Röntgenkongress spricht, thematisiert die Risiken der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Radiologie, insbesondere das Phänomen des Automation Bias. Er ermutigt die Zuhörer, über die Abhängigkeit von automatisierten Systemen nachzudenken und die eigene Kompetenz nicht zu vernachlässigen.

Studie zu Automation Bias

Eine durchgeführte Studie mit Radiologen zeigt, dass die Trefferquote beim Erkennen von Mammographien mit Unterstützung einer KI signifikant höher ist, jedoch auch bei falschen Empfehlungen der KI zahlreiche Fehler gemacht werden. Dies betrifft alle Erfahrungsstufen, was die Gefährlichkeit des Phänomens verdeutlicht.

Ursachen des Automation Bias

Der Redner erklärt drei psychologische Mechanismen, die zu Automation Bias führen: der Cognitive Miser Effect, der Einfluss von Autorität und das Gefühl der geteilten Verantwortung. Diese Mechanismen sind besonders in stressreichen Situationen relevant und begünstigen das Folgen falscher KI-Vorschläge.

Rechtliche Konsequenzen

Die Verantwortung für Fehler liegt weiterhin beim behandelnden Radiologen, auch wenn eine KI konsultiert wurde. Dies stellt ein rechtliches Dilemma dar, da Radiologen sowohl bei falschen als auch bei korrekten Entscheidungen durch KI haftbar gemacht werden können.

Empfehlungen für den Umgang mit KI

Der Redner plädiert dafür, eigene Urteile zu fällen, bevor man KI-gestützte Ergebnisse heranzieht. Dies sei notwendig, um die eigene Kompetenz zu erhalten und zu verhindern, dass Automation Bias zu einem klinischen Risiko wird.

Ausbildung und De-Skilling

Die Notwendigkeit einer strukturierten Weiterbildung in der Radiologie wird betont, um Radiologen zu befähigen, ihre eigene Wahrnehmung und Entscheidungskraft zu bewahren. Es wird auch auf die Gefahr des De-Skilling hingewiesen, wenn Assistenzärzte von Beginn an nur mit KI arbeiten.

Abschluss und Aufruf zur Diskussion

Der Redner schließt mit der Aufforderung, das Thema aktiv zu diskutieren und sich kritisch mit der Rolle von KI in der Radiologie auseinanderzusetzen.

Radiologie grenzenlos – wirklich? Die unbequeme Wahrheit zum Kongress-Motto

14.05.2026

Kongressmotto und persönliche Reflexion

Das Motto des Deutschen Röntgenkongresses 2026, "Radiologie grenzenlos", wird von einer der amtierenden Kongresspräsidentinnen als ernst gemeintes Programm beschrieben, das keine Grenzen zwischen Berufsgruppen und Disziplinen akzeptiert. Sie stellt jedoch die Frage, ob dies wirklich für alle gilt, insbesondere für diejenigen, die gesundheitliche Einschränkungen haben.

Die Realität von Krankheit im medizinischen System

Die Sprecherin teilt ihre persönlichen Erfahrungen mit, die sie während ihrer Zeit als Kongresspräsidentin gemacht hat, und thematisiert die Stigmatisierung von Erkrankungen im medizinischen Umfeld. Sie betont, dass viele im System lernen, ihre Schwächen zu verstecken und Krankheit als Tabu anzusehen.

Notwendigkeit für Veränderung und Solidarität

Die Präsidentin fordert eine Kultur der Unterstützung, in der es akzeptabel ist, um Hilfe zu bitten, ohne Angst vor beruflichen Nachteilen zu haben. Sie plädiert für eine Gemeinschaft, die sich mit den Herausforderungen derer auseinandersetzt, die an ihre Grenzen stoßen, und dass Solidarität als Stärke betrachtet werden sollte.

Aufruf zur gemeinsamen Reflexion

Sie fordert dazu auf, die Fragen zu stellen, wie man mit Krankheit umgehen kann, ohne sie als Makel zu betrachten. Die Hoffnung ist, dass gemeinsames Nachdenken und Handeln zu einem besseren Verständnis und einer unterstützenderen Kultur in der Radiologie führt.

Kongressmotto und persönliche Reflexion

Das Motto des Deutschen Röntgenkongresses 2026, "Radiologie grenzenlos", wird von einer der amtierenden Kongresspräsidentinnen als ernst gemeintes Programm beschrieben, das keine Grenzen zwischen Berufsgruppen und Disziplinen akzeptiert. Sie stellt jedoch die Frage, ob dies wirklich für alle gilt, insbesondere für diejenigen, die gesundheitliche Einschränkungen haben.

Die Realität von Krankheit im medizinischen System

Die Sprecherin teilt ihre persönlichen Erfahrungen mit, die sie während ihrer Zeit als Kongresspräsidentin gemacht hat, und thematisiert die Stigmatisierung von Erkrankungen im medizinischen Umfeld. Sie betont, dass viele im System lernen, ihre Schwächen zu verstecken und Krankheit als Tabu anzusehen.

Notwendigkeit für Veränderung und Solidarität

Die Präsidentin fordert eine Kultur der Unterstützung, in der es akzeptabel ist, um Hilfe zu bitten, ohne Angst vor beruflichen Nachteilen zu haben. Sie plädiert für eine Gemeinschaft, die sich mit den Herausforderungen derer auseinandersetzt, die an ihre Grenzen stoßen, und dass Solidarität als Stärke betrachtet werden sollte.

Aufruf zur gemeinsamen Reflexion

Sie fordert dazu auf, die Fragen zu stellen, wie man mit Krankheit umgehen kann, ohne sie als Makel zu betrachten. Die Hoffnung ist, dass gemeinsames Nachdenken und Handeln zu einem besseren Verständnis und einer unterstützenderen Kultur in der Radiologie führt.