THE MISSING PIECE - Reiten anders gedacht
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THE MISSING PIECE - Reiten anders gedacht

Sandra Polzer & Melanie Raumberger

Beschreibung

Warum funktionieren manche Dinge im Pferdetraining – und andere trotz größter Bemühungen einfach nicht?

Willkommen bei The Missing Piece – dem Podcast für alle, die Pferdetraining neu denken möchten.

Wir sprechen nicht darüber, was Pferde tun. Wir sprechen darüber, warum sie es tun.

In jeder Folge nehmen wir dich mit hinter die sichtbare Bewegung und zeigen, welche Zusammenhänge zwischen Nervensystem, sensorischer Integration, Biomechanik, Lernen und Kommunikation wirklich entscheidend sind. Praxisnah erklärt, damit du das Gelernte direkt in deinen Alltag mitnehmen kannst.

Gemeinsam hinterfragen wir alte Denkmuster, räumen mit Mythen auf und eröffnen neue Perspektiven auf die Ausbildung von Pferd und Mensch. Denn nachhaltige Entwicklung beginnt nicht mit mehr Druck oder mehr Training – sondern mit einem besseren Verständnis.

Egal, ob du Freizeitreiter, ambitionierte Sportreiter oder Trainer bist – wenn du dein Pferd nicht nur trainieren, sondern wirklich verstehen möchtest, bist du hier genau richtig.

Denn manchmal liegt die Lösung nicht dort, wo wir gelernt haben zu suchen.

Manchmal fehlt nur das eine Puzzleteil.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Folge 7 - Wer ist Sandra

12.10.2026
„Ich dachte, ich kann reiten. Bis ein Pferd mir das Gegenteil bewies.“ Folge 7 – Ich dachte, ich kann reiten. Bis ein Pferd mir das Gegenteil bewies. Woher kommt eigentlich dieser ungewöhnliche Zugang zu Pferden, Bewegung und Lernen? In dieser Folge stellt Melanie die Frage, die vielleicht auch du dir schon einmal gestellt hast: Wie entsteht aus einem ganz klassischen reiterlichen Werdegang eine völlig andere Sicht auf Pferdeausbildung? Die Antwort ist keine geradlinige Erfolgsgeschichte. Sandra erzählt von ihrem Einstieg in den Turniersport, ihrem zeitweisen Abschied von den Pferden und von Aceron – jenem Pferd, das alles infrage stellte, was sie bis dahin gelernt hatte. Es geht um Monty, der mit herkömmlichen Trainingsansätzen wenig anfangen konnte, um gesundheitliche Herausforderungen, die eine intensive Beschäftigung mit dem menschlichen Körper notwendig machten, und um beinahe zehn Jahre Arbeit mit Kindern mit Legasthenie und Dyskalkulie. In dieser Folge erfährst du: Warum reiterliche Erfahrung nicht automatisch bedeutet, ein Pferd wirklich zu verstehen. Wie ein einziges Pferd sämtliche bisherigen Überzeugungen ins Wanken bringen kann. Weshalb fehlende Fortschritte nicht immer durch mehr Training zu lösen sind. Was die Arbeit mit Kindern über Wahrnehmung, individuelle Bedürfnisse und unterschiedliche Lernprozesse lehren kann. Warum das Feedback des Pferdes wichtiger sein kann als die perfekte Umsetzung einer Methode. Welche Rolle Sensorik, Körperwahrnehmung und eine gesunde Fehlerkultur für selbstständiges Lernen spielen. Ein Gedanke, der sich durch diese Folge zieht: Vielleicht brauchen wir nicht immer noch mehr Wissen darüber, wie wir einem Pferd etwas beibringen. Vielleicht müssen wir zuerst besser verstehen, welche Voraussetzungen es braucht, um überhaupt lernen und sich entwickeln zu können. Denn manchmal liegt der entscheidende Fortschritt nicht darin, etwas besser zu erklären oder konsequenter zu üben, sondern darin, endlich die richtige Frage zu stellen. The Missing Piece – der Podcast für alle, die Pferdetraining neu denken möchten. Mehr über Sensory Riding und meine Arbeit findest du auf: www.sensoryriding.at
„Ich dachte, ich kann reiten. Bis ein Pferd mir das Gegenteil bewies.“

Folge 7 – Ich dachte, ich kann reiten. Bis ein Pferd mir das Gegenteil bewies.

Woher kommt eigentlich dieser ungewöhnliche Zugang zu Pferden, Bewegung und Lernen?

In dieser Folge stellt Melanie die Frage, die vielleicht auch du dir schon einmal gestellt hast: Wie entsteht aus einem ganz klassischen reiterlichen Werdegang eine völlig andere Sicht auf Pferdeausbildung?

Die Antwort ist keine geradlinige Erfolgsgeschichte.

Sandra erzählt von ihrem Einstieg in den Turniersport, ihrem zeitweisen Abschied von den Pferden und von Aceron – jenem Pferd, das alles infrage stellte, was sie bis dahin gelernt hatte.

Es geht um Monty, der mit herkömmlichen Trainingsansätzen wenig anfangen konnte, um gesundheitliche Herausforderungen, die eine intensive Beschäftigung mit dem menschlichen Körper notwendig machten, und um beinahe zehn Jahre Arbeit mit Kindern mit Legasthenie und Dyskalkulie.

In dieser Folge erfährst du:

  • Warum reiterliche Erfahrung nicht automatisch bedeutet, ein Pferd wirklich zu verstehen.
  • Wie ein einziges Pferd sämtliche bisherigen Überzeugungen ins Wanken bringen kann.
  • Weshalb fehlende Fortschritte nicht immer durch mehr Training zu lösen sind.
  • Was die Arbeit mit Kindern über Wahrnehmung, individuelle Bedürfnisse und unterschiedliche Lernprozesse lehren kann.
  • Warum das Feedback des Pferdes wichtiger sein kann als die perfekte Umsetzung einer Methode.
  • Welche Rolle Sensorik, Körperwahrnehmung und eine gesunde Fehlerkultur für selbstständiges Lernen spielen.

Ein Gedanke, der sich durch diese Folge zieht:

Vielleicht brauchen wir nicht immer noch mehr Wissen darüber, wie wir einem Pferd etwas beibringen. Vielleicht müssen wir zuerst besser verstehen, welche Voraussetzungen es braucht, um überhaupt lernen und sich entwickeln zu können.

Denn manchmal liegt der entscheidende Fortschritt nicht darin, etwas besser zu erklären oder konsequenter zu üben, sondern darin, endlich die richtige Frage zu stellen.

The Missing Piece – der Podcast für alle, die Pferdetraining neu denken möchten.

Mehr über Sensory Riding und meine Arbeit findest du auf:

www.sensoryriding.at

Folge 6 - Du musst nicht jedes Problem lösen

28.09.2026
Aufhören kann eine Trainingsentscheidung sein. Gestern ging es doch noch. Und heute? Keine Chance. Das Pferd, das gestern eine Aufgabe scheinbar selbstverständlich lösen konnte, wirkt heute, als hätte es noch nie davon gehört. Genau an diesem Punkt entsteht schnell Frust – und häufig der Impuls, die Sache jetzt erst recht klären zu wollen. Aber bedeutet „Es geht heute nicht“ tatsächlich, dass dein Pferd es nicht gelernt hat? In Folge 6 von The Missing Piece sprechen wir darüber, warum gelerntes Verhalten und erlernte Bewegungen nicht unter allen Bedingungen gleichermaßen abrufbar sind. Eine veränderte Umgebung, andere innere oder äußere Reize, eine höhere Grundspannung oder schlicht die Tagesform können verändern, worauf ein Pferd in diesem Moment zugreifen kann. Und dann stellt sich eine entscheidende Frage: Muss ich dieses Problem jetzt wirklich lösen? Wir sprechen darüber, warum es manchmal klüger ist, auf etwas sehr Einfaches zurückzugreifen oder die ursprüngliche Aufgabe ganz zu verlassen, statt eine Diskussion zu beginnen, in der das Pferd kaum noch aufnahmefähig ist. Außerdem geht es um: den Unterschied zwischen „etwas können“ und zuverlässig darauf zugreifen können, Routinen und warum Lernen irgendwann auch Variation braucht, die ersten kleinen Hinweise, die dir schon vor dem eigentlichen Training etwas über dein Pferd verraten, individuelle Schwellen und den Moment, an dem aus einer Herausforderung Überforderung werden kann, warum das berühmte „Jetzt muss es aber noch einmal funktionieren“ häufig genau die falsche Entscheidung ist, ruhige, vertraute Aufgaben als mögliche Unterbrechung, den Unterschied zwischen sinnvoller Unterstützung und „Helikoptern“, die Frage, ob man beim Ausreiten wirklich niemals absteigen sollte, und warum ein schlechter Tag nicht bedeutet, dass du deinem Pferd damit dauerhaft etwas Falsches beigebracht hast. Besonders wichtig wird dabei ein Gedanke: Es gibt keine Strategie, die für jedes Pferd richtig ist. Bei einem Pferd kann Absteigen in einer schwierigen Situation Sicherheit schaffen und ihm helfen, wieder handlungsfähig zu werden. Bei einem anderen kann genau das Gegenteil sinnvoll sein. Entscheidend ist deshalb nicht eine allgemeine Regel, sondern dass du dein Pferd immer besser lesen und einschätzen lernst. Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Fähigkeiten im Pferdetraining: Nicht jedes Problem sofort lösen zu wollen – sondern zu erkennen, welches Problem heute überhaupt lösbar ist. 🎧 Folge 6: Du musst nicht jedes Problem lösen
Aufhören kann eine Trainingsentscheidung sein.

Gestern ging es doch noch. Und heute? Keine Chance.

Das Pferd, das gestern eine Aufgabe scheinbar selbstverständlich lösen konnte, wirkt heute, als hätte es noch nie davon gehört. Genau an diesem Punkt entsteht schnell Frust – und häufig der Impuls, die Sache jetzt erst recht klären zu wollen.

Aber bedeutet „Es geht heute nicht“ tatsächlich, dass dein Pferd es nicht gelernt hat?

In Folge 6 von The Missing Piece sprechen wir darüber, warum gelerntes Verhalten und erlernte Bewegungen nicht unter allen Bedingungen gleichermaßen abrufbar sind. Eine veränderte Umgebung, andere innere oder äußere Reize, eine höhere Grundspannung oder schlicht die Tagesform können verändern, worauf ein Pferd in diesem Moment zugreifen kann.

Und dann stellt sich eine entscheidende Frage:

Muss ich dieses Problem jetzt wirklich lösen?

Wir sprechen darüber, warum es manchmal klüger ist, auf etwas sehr Einfaches zurückzugreifen oder die ursprüngliche Aufgabe ganz zu verlassen, statt eine Diskussion zu beginnen, in der das Pferd kaum noch aufnahmefähig ist.

Außerdem geht es um:

  • den Unterschied zwischen „etwas können“ und zuverlässig darauf zugreifen können,
  • Routinen und warum Lernen irgendwann auch Variation braucht,
  • die ersten kleinen Hinweise, die dir schon vor dem eigentlichen Training etwas über dein Pferd verraten,
  • individuelle Schwellen und den Moment, an dem aus einer Herausforderung Überforderung werden kann,
  • warum das berühmte „Jetzt muss es aber noch einmal funktionieren“ häufig genau die falsche Entscheidung ist,
  • ruhige, vertraute Aufgaben als mögliche Unterbrechung,
  • den Unterschied zwischen sinnvoller Unterstützung und „Helikoptern“,
  • die Frage, ob man beim Ausreiten wirklich niemals absteigen sollte,
  • und warum ein schlechter Tag nicht bedeutet, dass du deinem Pferd damit dauerhaft etwas Falsches beigebracht hast.

Besonders wichtig wird dabei ein Gedanke: Es gibt keine Strategie, die für jedes Pferd richtig ist.

Bei einem Pferd kann Absteigen in einer schwierigen Situation Sicherheit schaffen und ihm helfen, wieder handlungsfähig zu werden. Bei einem anderen kann genau das Gegenteil sinnvoll sein. Entscheidend ist deshalb nicht eine allgemeine Regel, sondern dass du dein Pferd immer besser lesen und einschätzen lernst.

Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Fähigkeiten im Pferdetraining:

Nicht jedes Problem sofort lösen zu wollen – sondern zu erkennen, welches Problem heute überhaupt lösbar ist.

🎧 Folge 6: Du musst nicht jedes Problem lösen

Folge 5 - Suchst du noch Probleme oder schon Lösungen?

14.09.2026
Weniger bewerten, mehr beobachten. Folge 5: Suchst du noch Probleme oder schon Lösungen? Warum hebt mein Pferd den Kopf? Warum funktioniert das Angaloppieren nicht? Warum knickt es auf einer Seite weg? Und warum ist etwas, das gestern noch gut funktioniert hat, heute plötzlich wieder schwierig? Im Pferdetraining sind wir schnell dabei, das zu bewerten, was wir sehen. Wir entdecken ein Problem und beginnen unmittelbar damit, nach einer Lösung zu suchen. Ein anderes Gebiss, eine andere Übung, mehr Wiederholungen, mehr Korrektur. Doch was, wenn das sichtbare Problem gar nicht das eigentliche Problem ist? In dieser Folge von The Missing Piece sprechen wir darüber, warum es sich lohnt, einen Schritt früher anzusetzen: beim Beobachten. Das Sichtbare ist nicht automatisch die Ursache Ein Pferd, das den Kopf hochträgt, zeigt zunächst einmal genau das: Es trägt den Kopf hoch. Was wir daraus machen – „widersetzlich“, „falsch geritten“, „muss mehr an den Zügel“ – ist bereits unsere Interpretation. Und genau hier beginnt eine der großen Herausforderungen im Pferdetraining. Wir sprechen darüber, warum wir so gerne am sichtbaren Symptom arbeiten und weshalb manche Lösungen kurzfristig tatsächlich eine Verbesserung bringen können, ohne den Kern des Problems zu verändern. Wie viel „Kosmetik“ steckt in unserem Training? Wenn wir lange genug an einer sichtbaren Auffälligkeit arbeiten, kann sie irgendwann verschwinden. Aber bedeutet das automatisch, dass sich auch die Voraussetzungen für eine gute Bewegung verändert haben? Am Beispiel der Kopf-Hals-Haltung schauen wir darauf, warum das, was vorne am Pferd sichtbar wird, nicht isoliert betrachtet werden kann. Mittelhand, Hinterhand, Stabilität und die gesamte Organisation des Körpers spielen dabei eine Rolle. Statt ausschließlich das sichtbare Ergebnis zu korrigieren, lohnt sich deshalb eine andere Frage: Was muss sich im System verändern, damit das gewünschte Ergebnis von selbst entstehen kann? Dein Pferd reagiert nicht nur auf deine Hilfen Auch wir selbst sind Teil dieses Systems. Gedanken, Erwartungen und frühere Erfahrungen verändern unsere Körperspannung – manchmal so subtil, dass wir selbst davon kaum etwas bemerken. „Jetzt müssen wir angaloppieren.“ Ein einziger Gedanke kann ausreichen, damit sich im eigenen Körper bereits etwas verändert. Und das Pferd bekommt diese Veränderung mit, lange bevor wir bewusst wahrnehmen, dass wir gerade anders sitzen, atmen oder Spannung aufbauen. So können sich über die Zeit Muster zwischen Pferd und Mensch entwickeln, die sich gegenseitig verstärken. Ein Problem darf da sein, ohne zur dunklen Wolke zu werden Wir sprechen außerdem darüber, was passiert, wenn tatsächlich eine körperliche Auffälligkeit vorhanden ist. Denn natürlich bedeutet „weniger bewerten“ nicht, Probleme zu ignorieren. Es macht jedoch einen Unterschied, ob ich etwas wahrnehme und überlege, wie ich mein Pferd sinnvoll unterstützen kann, oder ob ich während des gesamten Trainings nur noch nach diesem einen Problem suche und jede Bewegung darauf zurückführe. Manchmal verändert sich eine Trainingseinheit bereits deutlich, wenn wir aufhören, permanent nach dem Fehler zu suchen. Beobachten ist eine Trainingskompetenz Gutes Pferdetraining braucht deshalb nicht nur Wissen über Bewegung, Übungen und Hilfengebung. Es braucht die Fähigkeit, hinzusehen. Was verändert sich tatsächlich? Was funktioniert heute? Was funktioniert nicht? Unter welchen Bedingungen wird etwas leichter? Und welche kleinen Veränderungen übersehen wir vielleicht, weil wir zu sehr auf das schauen, was noch nicht funktioniert? Trainingstagebuch, Fotos und Videos können dabei wertvolle Werkzeuge sein. Besonders spannend wird es, wenn Bilder aus vergleichbaren Perspektiven über mehrere Wochen entstehen. Plötzlich werden Entwicklungen sichtbar, die im Alltag leicht untergehen. Denn der Körper des Pferdes erzählt uns viel darüber, was unser Training bewirkt. Deine kleine Hausaufgabe aus dieser Folge Beobachte dich selbst einmal dabei, wie schnell du bewertest. Nicht nur beim Pferd. Wie schnell wird aus einer Beobachtung ein „gut“, „schlecht“, „richtig“, „falsch“ oder „das ist ein Problem“? Und dann probiere beim nächsten Training etwas aus: Beobachte zuerst. Bleib neugierig. Und entscheide erst danach, was deine Beobachtung bedeuten könnte. Vielleicht entdeckst du dabei etwas, das du bisher übersehen hast. 🎧 The Missing Piece – der Podcast für alle, die Pferdetraining neu denken möchten. Weniger schnelle Lösungen. Mehr Verständnis für die Zusammenhänge hinter Bewegung, Verhalten und Lernen.
Weniger bewerten, mehr beobachten.

Folge 5: Suchst du noch Probleme oder schon Lösungen?

Warum hebt mein Pferd den Kopf? Warum funktioniert das Angaloppieren nicht? Warum knickt es auf einer Seite weg? Und warum ist etwas, das gestern noch gut funktioniert hat, heute plötzlich wieder schwierig?

Im Pferdetraining sind wir schnell dabei, das zu bewerten, was wir sehen. Wir entdecken ein Problem und beginnen unmittelbar damit, nach einer Lösung zu suchen. Ein anderes Gebiss, eine andere Übung, mehr Wiederholungen, mehr Korrektur.

Doch was, wenn das sichtbare Problem gar nicht das eigentliche Problem ist?

In dieser Folge von The Missing Piece sprechen wir darüber, warum es sich lohnt, einen Schritt früher anzusetzen: beim Beobachten.

Das Sichtbare ist nicht automatisch die Ursache

Ein Pferd, das den Kopf hochträgt, zeigt zunächst einmal genau das: Es trägt den Kopf hoch. Was wir daraus machen – „widersetzlich“, „falsch geritten“, „muss mehr an den Zügel“ – ist bereits unsere Interpretation.

Und genau hier beginnt eine der großen Herausforderungen im Pferdetraining.

Wir sprechen darüber, warum wir so gerne am sichtbaren Symptom arbeiten und weshalb manche Lösungen kurzfristig tatsächlich eine Verbesserung bringen können, ohne den Kern des Problems zu verändern.

Wie viel „Kosmetik“ steckt in unserem Training?

Wenn wir lange genug an einer sichtbaren Auffälligkeit arbeiten, kann sie irgendwann verschwinden. Aber bedeutet das automatisch, dass sich auch die Voraussetzungen für eine gute Bewegung verändert haben?

Am Beispiel der Kopf-Hals-Haltung schauen wir darauf, warum das, was vorne am Pferd sichtbar wird, nicht isoliert betrachtet werden kann. Mittelhand, Hinterhand, Stabilität und die gesamte Organisation des Körpers spielen dabei eine Rolle.

Statt ausschließlich das sichtbare Ergebnis zu korrigieren, lohnt sich deshalb eine andere Frage:

Was muss sich im System verändern, damit das gewünschte Ergebnis von selbst entstehen kann?

Dein Pferd reagiert nicht nur auf deine Hilfen

Auch wir selbst sind Teil dieses Systems.

Gedanken, Erwartungen und frühere Erfahrungen verändern unsere Körperspannung – manchmal so subtil, dass wir selbst davon kaum etwas bemerken.

„Jetzt müssen wir angaloppieren.“

Ein einziger Gedanke kann ausreichen, damit sich im eigenen Körper bereits etwas verändert. Und das Pferd bekommt diese Veränderung mit, lange bevor wir bewusst wahrnehmen, dass wir gerade anders sitzen, atmen oder Spannung aufbauen.

So können sich über die Zeit Muster zwischen Pferd und Mensch entwickeln, die sich gegenseitig verstärken.

Ein Problem darf da sein, ohne zur dunklen Wolke zu werden

Wir sprechen außerdem darüber, was passiert, wenn tatsächlich eine körperliche Auffälligkeit vorhanden ist.

Denn natürlich bedeutet „weniger bewerten“ nicht, Probleme zu ignorieren.

Es macht jedoch einen Unterschied, ob ich etwas wahrnehme und überlege, wie ich mein Pferd sinnvoll unterstützen kann, oder ob ich während des gesamten Trainings nur noch nach diesem einen Problem suche und jede Bewegung darauf zurückführe.

Manchmal verändert sich eine Trainingseinheit bereits deutlich, wenn wir aufhören, permanent nach dem Fehler zu suchen.

Beobachten ist eine Trainingskompetenz

Gutes Pferdetraining braucht deshalb nicht nur Wissen über Bewegung, Übungen und Hilfengebung.

Es braucht die Fähigkeit, hinzusehen.

Was verändert sich tatsächlich? Was funktioniert heute? Was funktioniert nicht? Unter welchen Bedingungen wird etwas leichter? Und welche kleinen Veränderungen übersehen wir vielleicht, weil wir zu sehr auf das schauen, was noch nicht funktioniert?

Trainingstagebuch, Fotos und Videos können dabei wertvolle Werkzeuge sein. Besonders spannend wird es, wenn Bilder aus vergleichbaren Perspektiven über mehrere Wochen entstehen. Plötzlich werden Entwicklungen sichtbar, die im Alltag leicht untergehen.

Denn der Körper des Pferdes erzählt uns viel darüber, was unser Training bewirkt.

Deine kleine Hausaufgabe aus dieser Folge

Beobachte dich selbst einmal dabei, wie schnell du bewertest.

Nicht nur beim Pferd.

Wie schnell wird aus einer Beobachtung ein „gut“, „schlecht“, „richtig“, „falsch“ oder „das ist ein Problem“?

Und dann probiere beim nächsten Training etwas aus:

Beobachte zuerst. Bleib neugierig. Und entscheide erst danach, was deine Beobachtung bedeuten könnte.

Vielleicht entdeckst du dabei etwas, das du bisher übersehen hast.

🎧 The Missing Piece – der Podcast für alle, die Pferdetraining neu denken möchten.

Weniger schnelle Lösungen. Mehr Verständnis für die Zusammenhänge hinter Bewegung, Verhalten und Lernen.