CHATS & TRACKS
C/O Berlin x ByteFM
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht
CHATS & TRACKS with Walter Schels
Walter Schelz und seine Retrospektive
Der Fotograf Walter Schelz feierte kürzlich seinen 90. Geburtstag und präsentiert eine Retrospektive seiner Arbeiten in Berlin. Die Ausstellung "16 Grad Fische" zeigt die zentralen Themen und Bilder aus über sechs Jahrzehnten seiner Fotografie.
Der Weg zur Fotografie
Als Kriegskind mit wenig schulischer Ausbildung fand Schelz seinen Weg zur Fotografie durch eine Lehrerin, die sein Talent erkannte und ihm half, eine Lehre als Dekorateur zu beginnen. Seine erste Kamera, eine Leica, eröffnete ihm die Welt der Fotografie und führte zu seiner Leidenschaft für das Festhalten von Momenten.
Die Kunst des Blickkontakts
Schelz betont die Wichtigkeit des Blickkontakts in der Fotografie. Für ihn ist dieser Kontakt entscheidend, um die Seele eines Subjekts einzufangen, sei es bei Tieren oder Menschen. Er verwendet verschiedene Techniken, um die Aufmerksamkeit der Tiere zu gewinnen und ihnen einen menschlichen Ausdruck zu entlocken.
Vergänglichkeit und Experimentation
Ein weiteres zentrales Thema in Schelz' Werk ist die Vergänglichkeit, die sich in seinen Bildern von verwelkten Blumen widerspiegelt. Er hat auch experimentelle Arbeiten geschaffen, die die Schönheit des Unvollkommenen und der Reste thematisieren, was seine kreative Vision weiter erweiterte.
Musikalische Einflüsse
Musik spielt eine bedeutende Rolle in Schelz' Leben und Arbeit. Auf seinen Reisen begleitete ihn oft nur seine Kamera und seine Lieblingsmusik von Künstlern wie Johnny Cash und Bach. Diese musikalischen Einflüsse prägen auch seine Sichtweise und seine Fotografie.
CHATS & TRACKS with Dörte Eißfeldt
Dörte Eißfeldt und ihr künstlerischer Werdegang
Dörte Eißfeldt, eine bedeutende Vertreterin der experimentellen Fotografie in Deutschland, teilt Einblicke in ihr vielschichtiges Werk. Nach einem Studium der Malerei wandte sie sich schnell der Fotografie und später dem Film zu, da sie eine stärkere Verbindung zur Realität suchte. Ihre künstlerische Entwicklung war stark von politischen und gesellschaftlichen Einflüssen geprägt, was sich in ihrer Arbeit widerspiegelt.
Einflüsse und Techniken
Eißfeldt spricht über ihre Faszination für den Zufall in der Fotografie und deren Bedeutung für die Entstehung ihrer Werke. Der Prozess des Experimentierens und die Möglichkeit, mit analogen Materialien zu arbeiten, sind für sie von großer Bedeutung. Ihre Arbeiten sind oft mehrdimensional und fordern den Betrachter heraus, verschiedene Interpretationen zuzulassen.
Die Ausstellung "Archipelago" und ihre Werke
In der Ausstellung "Archipelago" zeigt Eißfeldt eine Auswahl ihrer Schlüsselwerke, die sie in Zusammenarbeit mit Kurator Boaz Levin ausgewählt hat. Der Titel der Ausstellung spiegelt ihre Leidenschaft wider, viele Vitrinen mit Skizzen und Materialien zu präsentieren. Zu den gezeigten Werken gehört auch das Bild "Drachenblut 2", das eine besondere Bedeutung für sie hat, da es mit neuen Techniken entstanden ist, die die historischen Elemente der Fotografie aufgreifen.
Wasser als zentrales Motiv
Ein weiteres wiederkehrendes Motiv in Eißfeldts Arbeiten sind Wellen, die sie über zehn Jahre lang verfolgt hat. Diese Bilder strahlen eine enorme Kraft aus und reflektieren ihre eigene Verbindung zum Wasser und Schwimmen. Ihre Werke sind eine Hommage an die Natur und die Fragilität der Elemente.
Reflexion über den Kunstprozess
Im Gespräch reflektiert Eißfeldt über den Prozess der Kunstschaffung und wie sich ihre Ansichten im Laufe der Zeit verändert haben. Sie betont, dass jeder Abzug ihrer Fotografien einzigartig ist und ihre Neugier auf das, was in den Bildern verborgen ist, sie antreibt. Der künstlerische Dialog zwischen ihr und dem Kurator war entscheidend für die Gestaltung der Ausstellung.
Fazit
Dörte Eißfeldts Reise in der Kunst ist geprägt von Experimentierfreude, politischem Bewusstsein und einer tiefen Auseinandersetzung mit der Realität. Ihre Arbeiten laden dazu ein, die Welt aus neuen Perspektiven zu betrachten und die Schönheit im Alltäglichen zu entdecken.
CHATS & TRACKS with Cristina de Middel
Intimität und Fotografie
Christina de Middel, ehemalige Präsidentin von Magnum, diskutiert in diesem Podcast über die Bedeutung von Intimität in der Fotografie. Sie beschreibt, wie das Fotografieren für sie eine Möglichkeit wurde, ihre Neugier zu stillen und wie es als sowohl Waffe als auch Schutzschild fungierte. Intimität kann entscheidend sein, um kraftvolle Bilder zu schaffen, birgt jedoch auch Risiken für die abgebildeten Personen.
Der Unterschied zwischen Dokumentation und Geschichtenerzählen
De Middel betont, dass Fotografie eine Sprache ist, die sich vom bloßen Dokumentieren unterscheidet. Nach einer Phase im Fotojournalismus wandte sie sich dem fiktionalen Geschichtenerzählen zu, um tiefere Einsichten in die Realität zu gewinnen. Sie spricht darüber, wie verschiedene Ansätze in der Fotografie entstehen, die sich über einfache Dokumentation hinausbewegen.
Die Ausstellung „Close Enough“
Die Ausstellung, an der sie beteiligt ist, vereint verschiedene weibliche Fotografen von Magnum, die unterschiedliche Perspektiven und Ansätze in der Fotografie vertreten. Der Titel bezieht sich auf ein Zitat von Robert Capa und thematisiert die Wichtigkeit von Nähe in der Fotografie, während zugleich die Frage aufgeworfen wird, was Nähe in der heutigen Gesellschaft wirklich bedeutet.
Gender und Diversität in der Fotografie
De Middel spricht über die Herausforderungen, denen Frauen in der Fotografie gegenüberstehen, und die Notwendigkeit, die Sichtbarkeit weiblicher Fotografen zu erhöhen. Es wird diskutiert, wie sich Magnum im Laufe der Zeit an die gesellschaftlichen Veränderungen angepasst hat und wie wichtig Diversität in der fotografischen Erzählung ist.
Persönliche Erfahrungen und Herausforderungen
Sie teilt ihre persönlichen Erfahrungen, besonders in Bezug auf ihr Projekt „Gentlemen's Club“, in dem sie die Perspektive von Männern in der Sexarbeit erforscht. Diese Erfahrungen haben sie sowohl als Fotografin als auch als Überlebende sexueller Gewalt geprägt und beeinflussten ihre Herangehensweise an die Fotografie.
Die Macht der Fotografie
De Middel betont, dass Fotografie sowohl verletzend als auch heilend sein kann. Die Verantwortung, die Fotografen tragen, ist enorm, und es ist wichtig, sich der Auswirkungen bewusst zu sein, die Bilder auf die abgebildeten Personen haben können. Eine kritische Reflexion über das, was Nähe in der Fotografie bedeutet, ist unerlässlich.