
BWL fürs Handwerk
Philipp Linstedt
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Episodenübersicht

Gewinn und trotzdem pleite? I BWA vs Cashflow
Gewinn vs. Cashflow
In dieser Episode wird erklärt, wie Betriebe pleitegehen können, obwohl sie Gewinne erzielen. Der Unterschied zwischen Gewinn und Cashflow ist entscheidend: Gewinn bezieht sich auf die Jahresabschlüsse oder Betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA), während Cashflow die tatsächlichen Geldbewegungen auf dem Konto darstellt. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Ein Betrieb kann einen Gewinn von 500 Euro ausweisen, aber wenn die Rechnungen noch nicht bezahlt sind, kann er trotzdem insolvent werden.
Bedeutung der BWA
Die BWA ist wichtig, um die finanzielle Situation eines Unternehmens im Zeitverlauf zu verstehen. Anhand der BWA können Geschäftsausgaben über die Jahre verteilt werden, was ein realistisches Bild der finanziellen Lage schafft. Die richtige Abschreibung von Investitionen wie Maschinen ist hierbei entscheidend.
Liquiditätsplanung
Die Liquiditätsplanung ermöglicht es, die Ein- und Ausgänge von Geld zu überwachen. Moderne Tools, wie Cloud Cowork, können dabei helfen, die Finanzdaten effizient zu analysieren und zu ordnen. Eine präzise Liquiditätsplanung ist essenziell, um Zahlungsziele zu optimieren und finanzielle Engpässe zu vermeiden.
Zahlungsziele und Skonto
Die Anpassung von Zahlungszielen kann die Liquidität eines Unternehmens verbessern. Kürzere Zahlungsziele von Kunden und längere von Lieferanten sind vorteilhaft. Auch die Nutzung von Skonto sollte überdacht werden, insbesondere wenn die Liquidität begrenzt ist.
BWA und Jahresabschluss
Der Unterschied zwischen monatlicher BWA und dem Jahresabschluss ist wichtig für die Analyse der Betriebskosten und der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens. Monatliche Berichte sollten standardmäßig bereitgestellt werden, um zeitnahe Entscheidungen zu ermöglichen.

Preise erhöhen vs. Abläufe verbessern
Einführung in die Preisanpassung und Abläufe
Philipp erläutert, dass es oft der falsche Ansatz ist, Preise zu erhöhen, wenn man nicht genug verdient. Stattdessen sollte man zwischen zu niedrigen Preisen und ineffizienten Abläufen unterscheiden.
Problematik ineffizienter Abläufe
Wenn Abläufe ineffizient sind, führt eine Preiserhöhung dazu, dass Kunden für schlechte Organisation bezahlen, was sie zum Wettbewerb treiben kann. Eine saubere Organisation ist entscheidend, um effizienter zu arbeiten und letztlich auch Geld zu verdienen.
Preisprobleme erkennen
Ein Preisproblem äußert sich, wenn selbst gut durchgeführte Aufträge keinen Gewinn abwerfen. Faktoren wie zu niedrige Stundenverrechnungssätze und nicht berücksichtigte Gemeinkosten sind häufige Ursachen.
Lösungsansätze und Faustregeln
Zur Lösung sollten mehrere gleichartige Aufträge verglichen werden. Ablaufprobleme sind oft einfacher zu identifizieren, während Preisprobleme abstrakter sind. Es wird empfohlen, den Fokus zuerst auf die Abläufe zu legen.
Typische Denkfehler
Philipp benennt drei häufige Fehler: die Annahme, dass man zu teuer ist, die Verwechslung von Auslastung und Profitabilität sowie die einseitige Betrachtung von Materialpreisen, ohne die Zeit- und Lohnkosten zu berücksichtigen.
Hausaufgabe zur Problemanalyse
Zur Analyse sollten Hörer einen gut gelaufenen Auftrag nachrechnen und bei Bedarf einen schlecht gelaufenen Auftrag detailliert aufschreiben, um Muster zu erkennen und Lösungen zu finden.

Nachkalkulation im Handwerk I Fallstricke einfach erklärt
Einführung in die Nachkalkulation
Philipp erläutert die Bedeutung der Nachkalkulation im Handwerk und stellt fest, dass viele Betriebe ihre Auftragskosten nicht genau prüfen. Oft wird der Fehler beim Stundensatz gesucht, während die tatsächlichen Kosten eines Auftrags übersehen werden.
Kalkulationsbeispiel für eine PV-Anlage
Am Beispiel eines Auftrags für eine Photovoltaikanlage wird eine detaillierte Kalkulation durchgeführt. Die ursprüngliche Gewinnprognose von 3.500 Euro wird durch verschiedene unberücksichtigte Kostenposten erheblich reduziert.
Verschiedene Kostenblöcke
Philipp erklärt die verschiedenen Kostenblöcke, die vor und nach der Auftragserteilung anfallen. Dazu gehören Vor-Ort-Termine, Bürokratie, zusätzliche Fahrten und Materialkosten, die in der ursprünglichen Kalkulation nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Die Auswirkungen von Nachlässen und Rabatten
Nachlässe können den Gewinn stark schmälern. Ein Rabatt von 600 Euro auf den Auftrag kann 7,5% des gesamten Gewinns kosten, was die Kostenstruktur negativ beeinflusst.
Schlussfolgerung und Handlungsempfehlung
Die Episode schließt mit der Aufforderung, die eigenen Aufträge genauer zu überprüfen. Philipp empfiehlt, nach der Nachkalkulation entweder die Preise anzupassen oder interne Prozesse zu optimieren, um zukünftige Verluste zu vermeiden.